Nach Informationen der Berliner Zeitung ereignete sich der Vorfall bereits am Samstagabend. Mit einem Regionalexpress aus Elsterwerda waren um 18.16 Uhr auf dem Berliner Bahnhof Südkreuz insgesamt 65 Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien und dem arabisch sprechenden Raum angekommen. Sie wurden von Bundespolizisten erkannt und angesprochen.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei am Montag bestätigte, hatten sich die Flüchtlinge am Vormittag aus einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Brandenburg in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) entfernt. Sie wollten sich dort nicht registrieren lassen und nach Schweden weiterreisen.

Zurück nach Brandenburg

Die Polizisten nahmen Kontakt mit den Verantwortlichen der Länder Berlin und Brandenburg auf und es wurde entschieden, die Gruppe zurück nach Brandenburg zu schicken. Um 19.41 Uhr bestiegen dann 57 Personen aus der Gruppe einen Regionalexpress nach Doberlug-Kirchhain.

Acht Personen wurden wegen ihres Gesundheitszustandes von der Feuerwehr in Berliner Krankenhäuser gebracht. Nach Polizeiangaben klagten einige über geschwollene Füße. Ein Mann hatte einen gebrochenen Fuß und ging an Krücken. Andere hätten „Belastungserscheinungen“ wie Kopfschmerzen gehabt. „Es gab keine Hinweise auf ansteckende Krankheiten“, sagte der Polizeisprecher.

Immer wieder versuchen größere Flüchtlingsgruppen unterzutauchen, um einer Registrierung in Deutschland zu entgehen, weil sie ein anderes Land als Reiseziel haben. So sprangen am 15. September insgesamt 179 Flüchtlinge aus einem Sonderzug von Bayern nach Berlin-Schönefeld auf der Strecke ab, nachdem sie mehrfach die Notbremse gezogen hatten.