Gute Aussichten für Lehrlinge, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben: Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres waren bei den Arbeitsagenturen in Berlin etwa 7000 freie Stellen gemeldet. Dem standen gut 8000 suchende Bewerber gegenüber, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte.

Die Unternehmen in Berlin hätten über 1100 Ausbildungsplätze mehr als im Vorjahr gemeldet, stellte Geschäftsführer Bernd Becking fest. „Das Lehrstellenangebot reicht aber noch nicht aus, um die Nachfrage zu decken.“

Die Geschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Berlin, Marion Haß, sprach hingegen davon, dass viele Berliner Unternehmen „nach wie vor händeringend nach Auszubildenden“ suchten. Nach der jüngsten IHK-Unternehmensumfrage konnte fast jeder dritte Betrieb Ausbildungsplätze nicht besetzen, weil keine einzige Bewerbung vorlag. Das Ausbildungsjahr fängt je nach Beruf am 1. August oder 1. September an.

Unklare Berufsvorstellungen der Schulabsolventen

Unternehmen zahlten inzwischen „Prämien für gute Noten oder übernehmen die Fahrtkosten, bieten Auslandspraktika oder eigene Azubi-Projekte oder geben gezielt Jugendlichen mit schwierigen Voraussetzungen eine Chance“, berichtete Haß. Dennoch sei die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen weiterhin hoch. Die IHK-Umfrage zeige, dass 83 Prozent der Betriebe die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabsolventen als größtes Ausbildungshemmnis ansehen.

Im Angebot der IHK-Lehrstellenbörse waren am Dienstag für Berlin 1319 freie Plätze. Bei der Handwerkskammer gab es 726 freie Lehrstellen. Das seien aber längst nicht alle Stellen, sagte Kammersprecher Wolfgang Rink. Denn die Betriebe seien nicht verpflichtet, ihre offenen Stellen zu melden.

Zu den beliebtesten Berufen bei den jungen Leuten zählen nach Einschätzung der IHK-Berufsberater derzeit der Kaufmann/die Kauffrau für Büromanagement, der Fachinformatiker, Medienberufe, der Immobilienkaufmann und der Automobilkaufmann. Die meisten Stellen waren noch zu haben für künftige Kaufleute im Büromanagement und im Einzelhandel sowie für angehende Köche und Hotelfachleute. Im Handwerk gab es die meisten Angebote für Gebäudereiniger, Friseure und Bäckerei-Fachverkäufer. (dpa)

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung des Textes war eine redaktionelle Auswertung zu den freien Lehrstellen (Stand Dienstag) in Berlin enthalten. Diese war fehlerhaft und wurde entfernt. Wir bitten um Entschuldigung.