Es ist erst seit Kurzem zu haben. Aber schon jetzt steht fest: Das 9-Euro-Monatsticket ist ein Verkaufsschlager – besonders in Berlin. Das zeigen aktuelle Zahlen, die von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und der S-Bahn Berlin gemeldet wurden.

Die BVG, deren Marketingleute gern eine kesse Lippe riskieren, übte sich ausnahmsweise in Untertreibung. „Der Verkauf des 9-Euro-Tickets ist gut angelaufen“, sagte Jannes Schwentu, Sprecher des Landesunternehmens, am Montag.

Was heißt hier gut: Innerhalb kürzester Zeit wurde eine sechsstellige Zahl von Tickets abgesetzt, berichtete er. Die BVG meldete zeitweise Überlastungen. „Der erste Ansturm auf das 9-Euro-Ticket hat unsere Apps ein wenig zum Glühen gebracht“, hieß es.

Noch mehr gute Nachrichten: Mehr Züge an die Ostsee!

„Freitagmittag haben wir begonnen. Allein bis Sonntagsabend wurden rund 130.000 Tickets verkauft“, so der BVG-Sprecher. Rund 60 Prozent wurden per App erworben, die übrigen knapp 40 Prozent an Fahrscheinautomaten und in Verkaufsstellen.

Schwentu: „Viele holen sich nicht nur ein Ticket für Juni, sondern gleich im Vorrat auch für Juli und August.“ So lange gilt das Sonderangebot, mit dem bundesweit im Juni, Juli und August alle Züge des Regionalverkehrs sowie alle S-Bahnen, U-Bahnen und Busse genutzt werden dürfen. Damit will der Bund die Bürger angesichts gestiegener Energiepreise entlasten.

Auch bei der Deutschen Bahn (DB) und der S-Bahn Berlin GmbH zeigte man sich am Montag sehr zufrieden. „Die Nachfrage nach den 9-Euro-Tickets, die nun auch über die Kanäle der DB erhältlich sind, ist hoch“, sagte eine Sprecherin der Berliner Zeitung. „In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist der Verkauf der günstigen Monatskarten ebenfalls sehr gut angelaufen.“ Bundesweit seien allein in den frühen Morgenstunden über die Kanäle der DB 50.000 verkauft worden. Die S-Bahn Berlin habe den Verkauf in ihren Kundenzentren bereits am 21. Mai gestartet. Am Sonnabend und Sonntag wurden hier allein 13.400 9-Euro-Tickets verkauft, so die Sprecherin.

Nicht zu vergessen: Wer bereits Stammkunde ist, darf sein Ticket im Juni, Juli und August in ganz Deutschland ohne weiteres Zutun nutzen – ebenfalls in allen Regionalzügen und Nahverkehrsmitteln, von Berchtesgaden bis Flensburg, von Aachen bis Usedom. „Davon profitieren allein bei uns rund 870.000 Kunden“, sagte BVG-Sprecher Schwentu. Dazu zählen unter anderem Nutzer von Umwelt- und Schülerkartenabos, Umwelt-Jahreskarten sowie Semester- und Seniorentickets.

Weil auf einigen Strecken mit mehr Andrang zu rechnen ist, haben die Bundesländer und die Verkehrsverbünde zusätzliche Zugfahrten und Kapazitäten bestellt. Davon profitieren zum Beispiel Reisende, die von Berlin an die Ostsee möchten.