Häuser werden abgerissen, unterm Wohngebiet am Ostkreuz wird ein Tunnel gebaut, und über der Spree entsteht eine Brücke. So viel steht fest: Die vorgesehene Verlängerung der Stadtautobahn von Treptow nach Friedrichshain, für die der Senat die Kostenschätzung auf 531,2 Millionen Euro fast verdoppelt hat, wird ein spektakuläres Projekt. Von den Berlinern unbemerkt hat die Bauvorbereitung bereits begonnen. Am Ostkreuz ist ein wichtiges Teilprojekt des 17.Bauabschnitts der A 100 schon im Gange.

Für das übrige Bauvorhaben gibt es noch keine Genehmigung, doch für diesen Teil schon: Unter den Ost-West-Gleisen des Bahnhofs Ostkreuz lässt die Deutsche Bahn seit einiger Zeit eine gewaltige Betonkonstruktion bauen. Sie soll eine Art Schutzschild bilden, unter dem der geplante Tunnel für die Autobahn A 100 gebaut werden kann, ohne den Schienenverkehr unterbrechen zu müssen. „Vorsorgeleistung“ lautet das Fachwort. Der Bund gab 16 Millionen Euro.

Zwischen Markgrafendamm und Sonntagstraße entstehen im Untergrund fünf Betonblöcke, die 25 bis 38 Meter lang sind. „Sie sehen wie ein umgedrehter Trog aus“, sagt Ingenieur Klaus Kamitz. Greifer heben 1,20 Meter breite Schlitze aus, die 24 Meter tief in den Boden hinabreichen. Sie werden nach Einbau einer Bewehrung mit Beton ausgegossen. So entstehen zwei Betonwände, die mit einer zwei Meter dicken Betonplatte gedeckelt werden. Block Nummer 3 wird als Nächstes fertig, teilte die Bahn mit, danach folgen die Blöcke 2, 4 und 5.

Während der Bau am Ostkreuz gut vorangeht, steht das übrige Autobahnprojekt noch ganz am Anfang. Es gibt eine Vorplanung, die der Senat jetzt überarbeiten ließ, um es für den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 anmelden zu können.

Bis zur Storkower Straße

Aber schon seit 1996 gilt eine Linienbestimmung, die den Verlauf der je nach Teilstück vier- oder sechsspurigen Stadtautobahn beschreibt. Danach soll der 17. Bauabschnitt der A 100 das Teilstück fortsetzen, das derzeit zwischen Neukölln und Treptow entsteht und 2022 fertig werden soll. Von dort führt er über die Spree nach Friedrichshain. Es gilt als sicher, dass ein Teil der Elsenbrücke und die denkmalgeschützte frühere Osthafendirektion abgerissen werden müssen. Südlich vom Ostkreuz beginnt ein Tunnel mit einem Querschnitt von 25 bis 31,50 Meter, der unter der Neuen Bahnhofstraße entlangführt und in Höhe Wiesenweg auf die Ostseite der Ringbahn wechselt.

Bislang hieß es, dass die Autobahn an der Frankfurter Allee endet, eine Stadtstraße zur Storkower Straße sollte sich anschließen. Doch die Antwort, die Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) jetzt Harald Moritz von den Grünen gab, legt den Schluss nahe, dass die A 100 über die Frankfurter Allee hinausführt. Denn von einer Stadtstraße ist nicht mehr die Rede, nur noch von einem „Anschluss an die Storkower Straße“. Im jetzigen Bundesverkehrswegeplan heißt es, dass der 17. Bauabschnitt 3,1 Kilometer lang wird. Jetzt spricht der Staatssekretär von 4,1 Kilometer.