Rund 250 Feuerwehrleute haben am Freitag gegen den Waldbrand bei Potsdam weiter angekämpft. Dabei waren auch Löschpanzer und ein Hubschrauber der Bundeswehr im Einsatz. Zwar gebe es derzeit keine Gefahr mehr für die Ortschaft Fichtenwalde, teilte das Innenministerium mit. Die weitere Entwicklung hänge aber stark vom Wetter ab. Am Vorabend war eine zunächst erwogene Evakuierung von mehreren Hundert Anwohnern abgesagt worden, nachdem die Feuerwehr die Lage in den Griff bekommen hatte.

Experten vermuten, dass in dem Waldstück noch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg liegt, das bei dem Feuer explodieren könnte. Die Feuerwehr bekämpft die Flammen deshalb nur von den Wegen aus. Der Löschpanzer ist dafür gerüstet, auch auf womöglich munitionsbelastetes Gebiet zu fahren. Der Hubschrauber kann bis zu 5000 Liter Wasser auf das Feuer kippen. Zudem war ein Wasserwerfer der Polizei im Einsatz. Die Löscharbeiten am Autobahndreieck sollten zumindest den ganzen Tag noch andauern.

A9 und A10 gesperrt - massive Staus auf Umleitungsstrecken

Der Waldbrand unweit der Spargelstadt Beelitz (Potsdam-Mittelmark) führte auch am Freitag zu massiven Staus. Am Vormittag waren noch die A9 vom Dreieck Potsdam in Richtung Süden und die A10 vom Dreieck Werder bis zum Dreieck Potsdam gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Damit war auch die wichtige innereuropäische Ost-West-Achse weiter nicht befahrbar. Auto- und Lastwagenfahrer wurden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Auch auf nahen Umleitungsstrecken und in der Innenstadt von Potsdam stauten sich Fahrzeuge. Am Vortag und in der Nacht waren Autobahnabschnitte zeitweise in beide Richtungen gesperrt.

Der ADAC erwartet am Samstag und Sonntag das verkehrsreichste Wochenende in diesem Jahr - weil in einigen Bundesländern die Ferien enden und in anderen beginnen, wie Verkehrsexperte Jörg Becker vom ADAC in Berlin sagte. „Tipp für alle: Genügend Kaltgetränke mitnehmen“, so Becker. Zudem solle man die Verkehrsnachrichten beachten und auf Kurztrips am Wochenende eher verzichten. „Ich würde an diesem Wochenende nicht an die Ostsee fahren - weil es extrem ist.“

Die Ursache für den Waldbrand auf einer Fläche von rund 40 bis 50 Hektar ist noch unklar. Er war am Donnerstag in unmittelbarer Nähe der A9, die Berlin mit Leipzig verbindet, ausgebrochen. Denkbar ist daher eine weggeworfene Zigarette oder Funkenflug von einem Fahrzeug. In großen Teilen Brandenburgs herrscht derzeit wegen der Trockenheit höchste Waldbrandgefahr. Auch auf einem Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) kämpften Feuerwehrleute weiter gegen einen Großbrand. Dort waren rund 160 Hektar Fläche verbrannt.  (dpa)