Kita (Symbolbild)
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BerlinAb Montag können wieder mehr Kinder in Berlin in die Kitas gehen. Alle Kinder, die vor dem 26. Mai 2015 geboren sind – also fünf Jahre alt sind, haben ab dann einen Anspruch auf einen Halbtagsplatz, teilte die Senatsjugendverwaltung am Donnerstag mit. Auch jüngere Geschwister können aufgenommen werden, wenn sie in derselben Kita betreut werden. Voraussichtlich am 8. Juni sollen die Kitas laut Senatsjugendverwaltung dann auch die vier- bis fünfjährigen Kinder aufnehmen.

Ab Montag können zudem die Kindertagespflegestellen wieder alle Kinder aufnehmen, die vor der Corona-Schließzeit betreut wurden.

Vorschulkinder und ihre Geschwister haben bereits jetzt einen Betreuungsanspruch. Eltern in systemrelevanten Berufen, Alleinerziehende sowie Eltern von Kindern mit besonderem Bedarf können zudem die Notbetreuung in Anspruch nehmen.

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„Ich freue mich, dass wir ab Montag weitere Familien entlasten können“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Es gebe aber noch immer eine Ausnahmesituation. Deshalb bitte sie alle Eltern um Verständnis, „dass individuelle Betreuungszeiten nicht voll ausgeschöpft werden können. Die weitere Kita-Öffnung funktioniert nur, wenn alle bereit sind, mit den Kita-Leitungen bestmögliche, solidarische Lösungen zu finden.“

Die Nachricht erreichte die Kitaträger erneut sehr kurzfristig, vier Tage vor der Erweiterung der Betreuung – und an einem Feiertag. Die Kitaträger beschweren sich schon seit Wochen darüber, dass die Senatsbildungsverwaltung sie ohne ausreichende Vorbereitungszeit mit neuen Betreuungsansprüchen überrascht. Zuletzt hatte es Unklarheiten über die Rückkehr der Vorschulkinder ab 14. Mai gegeben und um die Frage, ob auch die Kinder von „systemrelevanten“ Eltern nur Anspruch auf einen Halbtagsplatz haben.

Die Debatte über mehr Tempo bei der Rückkehr zum Schul- und Kita-Regelbetrieb nach wochenlangen Schließungen hatte zuletzt weiter Fahrt aufgenommen. Mehrere Medizinerverbände plädieren trotz Corona-Pandemie dafür, die Einrichtungen umgehend wieder zu öffnen. Das Übertragungsrisiko durch Kinder scheine gering, hieß es. Darauf waren Forderungen nach mehr Tempo bei den Schul- und Kitaöffnungen auch aus der Politik gekommen, etwa von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Grünen-Chefin Annalena Baerbock.

Bildungsministerin Anja Karliczek warnte allerdings vor einem „Überbietungswettbewerb“. „Wir alle wünschen uns, dass Kitas und Schulen möglichst rasch wieder vollständig öffnen können“, sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mit entsprechenden Forderungen dürfe man es aber nicht übertreiben. Verlässlichkeit und Gesundheitsschutz müssten an erster Stelle stehen.

Berlin hält bislang an der stufenweisen Wiedereröffnung fest; laut dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) wird angestrebt, bis zum Sommer 70 Prozent der Kinder wieder in Kitas betreuen zu können. Am Dienstag beschloss der Senat zudem eine von Vivantes und Charité entworfene Teststrategie, die unter anderem vorsieht, an mindestens 60 Kitas und Schulen regelmäßig feste Gruppen von Schülern und Personal zu testen. (mit dpa)