In Deutsch ging es um Gesprächsstrategien der Protagonisten in „Nathan der Weise“, in Physik – hochaktuell – um die Energieversorgung der Raumsonde New Horizons, in Erdkunde um Wasserversorgung in Saudi-Arabien – und was Berlins Abiturienten zu diesen Themen einfiel, wurde von ihren Prüfern offenbar mit Wohlwollen aufgenommen. Wie die Senatsbildungsverwaltung am Donnerstag mitteilte, hat sich der Notenschnitt bei den Prüfungen zur Hochschulreife in diesem Jahr jedenfalls abermals leicht verbessert auf 2,39. Im vorigen Jahr betrug der Schnitt 2,41. Ein „bemerkenswert gutes Ergebnis“ sei das, erklärte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Berlins Schülerinnen und Schüler hätten ihre Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft unter Beweis gestellt.

Weniger Durchfaller

Zwei Zahlen erscheinen an den bislang vorliegenden Daten – eine ausführliche Auswertung wird erst im Herbst vorliegen – besonders bemerkenswert. So ist die Zahl der Durchfaller zurückgegangen, während die Zahl der Prüflinge insgesamt gestiegen ist. 476 Schüler bestanden die Prüfungen nicht, vor zwei Jahren waren es noch 553. Die Quote ist damit von 4,5 auf 3,5 Prozent gesunken. Es scheint den Schulen also besser zu gelingen, die Jugendlichen auf ihren Abschluss vorzubereiten.

Immer mehr Abiturienten erreichen wiederum eine Traumnote. Gleich 406 der 13 540 Abiturienten legten das Abitur mit der Bestnote 1,0 ab, weitere 181 schafften einen Schnitt von 1,1. Noch vor zwei Jahren schafften nur 140 Schülerinnen und Schüler in Berlin die 1,0, weitere 106 schlossen mit der Note 1,1 ab.

Mit den aktuellen Ergebnissen setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Zu Beginn des vorigen Jahrzehnts lag der Abiturschnitt in der Hauptstadt noch bei 2,76, die Durchfallerquote war fast doppelt so hoch wie heute.

Und auch ein weiterer Trend scheint sich zu verfestigen: Die Zahl der Abiturienten, die eine andere Herkunftssprache als Deutsch haben, steigt wieder an. 18,1 Prozent waren es in diesem Jahr, 3,4 Prozentpunkte mehr als 2014. 2013 hatte der Anteil der Abiturienten nicht deutscher Herkunftssprache mit 11 Prozent einen Tiefstand erreicht.

Gymnasien streben voran

Auffällig ist, dass positive Abweichungen vom Durchschnitt vor allem an den Gymnasien erbracht werden. Zwar waren die Durchschnittsnoten dort mit 2,3 nicht deutlich besser als an Sekundarschulen (2,6) und beruflichen Gymnasien (2,5). Wie die nebenstehende Auflistung zeigt, waren die Ergebnisse an den zehn besten Gymnasien der Stadt aber deutlich überdurchschnittlich, während die Mehrzahl der zehn besten Sekundarschulen und beruflichen Gymnasien nur unwesentlich über dem Durchschnitt lagen.

Wie es am anderen Ende des Leistungsspektrums aussieht, wird allerdings erst mit der detaillierten Auswertung im Herbst bekannt. Zahlen zu den Ergebnissen der schlechtesten Schulen konnte die Bildungsverwaltung am Donnerstag nicht bereitstellen.