Abitur-Prüfungen an Berliner Schulen: 223 Schüler mit Bestnote 1,0

Berlin - In diesem Jahr schafften immerhin 223 Schüler sogar die Abschlussnote 1,0 und weitere 174 Schüler die Note 1,1. Besonders viele Bestnoten gab es am Pankower Rosa-Luxemburg-Gymnasium, am katholischen Canisius-Kolleg und an der Evangelischen Schule Frohnau, nämlich jeweils acht pro Jahrgang. Im vergangenen Jahren waren lediglich 263 Schüler so strebsam, dass sie eine 1,0 oder 1,1 erreichten.

Insgesamt lag der Abitur-Notendurchschnitt an Berliner Gymnasien, Sekundarschulen und Oberstufenzentren auch in diesem Jahr wie in den beiden Vorjahren bei 2,4. Im Jahr 2009 lag die Abi-Durchschnittsnote noch bei 2,5 und in den Jahren davor bei 2,7. Das ist erfreulich und spricht natürlich in erster Linie für die Schüler. Allerdings haben zwei Maßnahmen diese positive Entwicklung begünstigt: Seit der Einführung der Präsentationsprüfung im Jahr 2006 konnten Schüler durch ein Referat oder einen lange vorbereiteten Vortrag ihren Notenschnitt in der Regel verbessern. Zudem erhält ein Schüler inzwischen bereits ein „Ausreichend“, wenn man 45 Prozent der erwarteten Leistungen erbracht hat.

Anzahl migrantischer Abiturienten geht zurück

In diesem Jahr sind mit 3,7 Prozent weniger Prüflinge durchgefallen, im Vorjahr lag diese Quote noch bei 4,5 Prozent eines Jahrgangs. Allerdings ist eine Zahl besonders besorgniserregend: Obwohl immer mehr Schüler nichtdeutscher Herkunft sind, ging die Zahl der Abiturienten aus Migrantenfamilien in diesem Jahr zurück – von 15,6 im Vorjahr auf nur noch 14, 1 Prozent. In den vergangenen Jahren stagnierte die Zahl der migrantischen Abiturienten bereits.

Da die jüngeren Abiturienten im Doppeljahrgang vergleichsweise gut abgeschnitten haben, war am Montag nur wenig Kritik am Turboabitur zu vernehmen. „Wir können da kaum Unterschiede ausmachen“, sagte Herbert Schkutek, Leiter des Max-Planck-Gymnasiums in Mitte. Der Notenschnitt dort betrug 2,5. „Mitunter fehlte es einigen jüngeren Schüler noch ein wenig an persönlicher Reife“, sagte Christoph Schmerling, Leiter des Sophie-Charlotte-Gymnasiums. Nun müsse man sehen, wie dem jüngeren Jahrgang der Übergang an die Hochschulen gelinge. „Erst nach einer längeren Beobachtungsphase kann man sagen, ob wir zurück zum Abitur nach 13 Schuljahren sollten“, sagte Schmerling.

Zukunft des gemeinsamen Zentralabiturs offen

Ausgerechnet an Gymnasien, die den älteren und jüngeren Jahrgang weitgehend getrennt voneinander unterrichtet hatten, gab es noch die deutlichsten Leistungsunterschiede. Zum Beispiel am Schiller-Gymnasium in Charlottenburg, wo der 13. Jahrgang einen Schnitt von 2,1 erreichte, der jüngere aber nur 2,3. „Die jüngeren Schülern konnten sich bei uns nicht so viel von den älteren abschauen“, sagte ein Lehrer. Dabei entscheidet oft der Notenschnitt, ob man sofort einen Uni-Platz erhält. Die meisten Versuche, Landeskinder bei der Studienplatz-Vergabe zu bevorzugen, sind ergebnislos verlaufen.

Und selbst die Zukunft des gemeinsamen Zentralabiturs von Berlin und Brandenburg scheint wieder fraglich. Seit 2010 schreiben Abiturienten beider Länder in Mathe, Deutsch, Englisch und Französisch die gleichen Abiturprüfungen. Doch jetzt hat Brandenburg in der gymnasialen Oberstufe die Leistungskurse abgeschafft und Kernkompetenzfächer mit vier Stunden pro Woche eingeführt. Berlin hingegen baut die Wahlmöglichkeiten eher aus, ein Leistungskurs hat fünf Wochenstunden. „Interessant wird es, wenn im Schuljahr 2014/15 der erste Jahrgang in dieser unterschiedlichen Konstellation Abitur machen wird.“, sagte der Potsdamer Bildungsforscher Kai Maaz. „Das macht die Vergleichbarkeit der Abiturnoten schwierig.“