Berlin - Der erste Termin im Impfzentrum vor ein paar Wochen lief absolut vorbildlich. Zwischen Ankunft und Heimweg vergingen kaum vierzig Minuten, die Organisation war ebenso beeindruckend wie die Logistik: Unzählige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wiesen die richtigen Wege, erteilten hilfsbereit und geduldig Auskünfte, und vor einer kurzen Warteschlange sagte einer von ihnen mit einem breiten Lächeln: „Willkommen im Paradies!“ Tja, wer hätte gedacht, dass die Aussicht auf die Rückkehr zum eigentlich normalen Leben mal paradiesisch sein würde?

Das Problem, wenn etwas in der Realität viel besser läuft als erwartet, ist die daraus resultierende und sehr undankbare Fallhöhe. Denn beim zweiten Termin zieht sich eine Menschenschlange um die Fahrbahn, auf der Taxis und Shuttle-Busse wenden, vorbei an einem Imbiss-Stand und fast bis zur Einfahrt des Parkplatzes. Zwischen Ankunft und dem Setzen der Spritze werden knapp eineinhalb Stunden vergehen, was einigen Älteren, die eben nicht so gebrechlich sind, dass sie bevorzugt behandelt werden, nachher sichtlich zu schaffen machen wird. Wurde der Tag überbucht, um Lücken zu vermeiden? Oder sind wieder Leute zu früh gekommen, weil sie später was Besseres vorhaben? Die werden ja bekanntlich nicht abgewiesen, sondern für ihre Dreistigkeit belohnt.

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