Es war schiere Verzweiflung: Die Späth’schen Baumschulen haben den Pachtvertrag für ihre Anbauflächen in Treptow gekündigt und 30.000 Bäume geschreddert. Berlins ältester produzierender Betrieb hat seine Freilandproduktion von der Neuen Späthstraße nach Deutsch Wusterhausen in Brandenburg verlegt. Grund ist ein absurder Streit um Straßenreinigungsgebühren, die die Berliner Stadtreinigung (BSR) von den Eigentümern der Anbaufläche verlangt: 17.000 Euro im Jahr. Rückwirkend sind bereits 100.000 Euro aufgelaufen. „Wir mussten die Notbremse ziehen“, sagt Holger Zahn, der Baumschulen-Geschäftsführer.

Es geht um eine 300 Meter lange Zubringerstraße zur Autobahn. Nach dem Bau 2005 wurde der Straßenabschnitt als Anliegerstraße eingestuft. Laut Gesetz ist damit eine Straßenreinigungsgebühr fällig. Zwar sind landwirtschaftliche Betriebe von einer solchen Abgabe ausgenommen, nicht aber Baumschulen. Und – noch eine Berliner Besonderheit – nicht die Länge des Straßenabschnitts zählt, sondern die Größe des anliegenden Grundstücks. In diesem Falle zwölf Hektar, die von der gemeinnützigen „Späth Integrations gGmbH“ bewirtschaftet wurden, in der zehn behinderte Menschen Arbeit fanden.

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