Sie hoffen, dass die Bezirke von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen: Dodi Helschinger (li.) und Jagna Anderson vor ihrem Wohnhaus in Kreuzberg.
Foto: Berliner Zeitung/Gerd Engelsmann

Berlin - „Vorkauf jetzt“ prangt in grellgelb-schwarzer Schrift auf Schildern, die Jagna Anderson und Dodi Helschinger hoch halten. Die beiden Mieterinnen stehen vor ihrem Wohnhaus in Kreuzberg, im Kiez zwischen Landwehrkanal und Lausitzer Platz. Der Gründerzeitbau mit der beige-grauen Fassade ist eines von 146 Häusern in Berlin, die das schwedische Wohnungsunternehmen Heimstaden Bostad gerade erwerben will. Die Transaktion ist die wohl größte auf dem Berliner Wohnungsmarkt in diesem Jahr – und der Versuch eines in Deutschland bislang kaum in Erscheinung getretenen Unternehmens, seine Präsenz in Berlin auszubauen. Heimstaden will, aufgeteilt auf zwei Pakete, einmal 16 Häuser mit 440 Wohnungen und einmal 130 Häuser mit 3902 Wohnungen erwerben. Allein der Verkauf der 130 Häuser soll rund 830 Millionen Euro kosten.

Während Heimstaden mit hohem Geldeinsatz nach Berlin drängt, führen die Mieter einen Abwehrkampf. „Wir befürchten, dass wir durch die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und steigende Mieten verdrängt werden“, sagt Jagna Anderson. Sie ist eine der Sprecherinnen der Mieter, die sich zu der Initiative „Fünf Häuser“ zusammengeschlossen haben. Denn anfangs waren sie nur fünf. Als im Laufe der Zeit mehr Häuser dazu kamen, behielt die Initiative den Namen bei. Die Bewohner hoffen, dass möglichst viele Häuser über die Ausübung des gesetzlichen Vorkaufsrechts in die Hände eines gemeinwohlorientierten Vermieters kommen. Zum Beispiel in den Besitz einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft. Diese haben sich gegenüber dem Senat zu einer besonders moderaten Mietenpolitik verpflichtet. Falls das nicht gelingen sollte, verlangen die Mieter verbindliche Zusagen des Investors für einen Schutz vor Verdrängung.

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