Mit dem 9-Euro-Ticket in Juni, Juli oder August Zug fahren? Kein Problem! In Berlin und Brandenburg sollte man aber auf jeden Fall einen Tipp beherzigen: Wenn der Zug weiß ist oder wenn ÖBB dransteht, darf er mit diesem Ticket nicht genutzt werden.

Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um einen Intercity Express (ICE), einen Intercity oder um den Railjet der Österreichischen Bundesbahnen handelt, also um einen Zug des Fernverkehrs. Diese Züge sind für das 9-Euro-Ticket grundsätzlich tabu.

Sicher, auch in Berlin und Brandenburg gibt es Fernzüge, die mit Regionaltarifen genutzt werden dürfen. Wer ein Ticket des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) besitzt, darf zum Beispiel mit dem Intercity zwischen Potsdam, Berlin und Cottbus fahren. Er hat auch die Möglichkeit, mit einem der weißen Züge zwischen Berlin, Angermünde, Elsterwerda und Prenzlau reisen. Nicht zu vergessen die Strecke zwischen Berlin und Elsterwerda: Auch hier sind Fernverkehrszüge für VBB-Tickets zugelassen.

9-Euro-Ticket: Achtung bei den Kürzeln ICE, IC oder RJ!

Aber aufgepasst: Wer ein 9-Euro-Ticket hat, darf damit auf diesen Strecken nicht mitfahren, sondern muss eine reguläre Fahrkarte lösen, wie die Deutsche Bahn (DB) erneut bekräftigte.

Prinzipiell gilt: Fernzüge, die für Regionaltickets zugelassen sind, stehen 9-Euro-Ticketnutzern nur dann offen, wenn die zuständigen Länder dies mit der DB vereinbart haben. Eine solche Vereinbarung gibt es für die drei Strecken bisher nicht.

Fahrgäste sollten sich also vorab informieren, zum Beispiel unter www.bahn.de. Wenn in der Fahrplanauskunft im Internet eines der Kürzel IC, ICE oder RJ auftaucht, sollten die Reisenden vorsichtig sein und alle Informationen lesen. Für die genannten Strecken in Berlin und Brandenburg steht im Kleingedruckten: „9-Euro-Ticket nicht gültig“.

Senat äußert sich zu der Regelung

Das Thema kam am Mittwoch im Mobilitätsausschuss des Abgeordnetenhauses zur Sprache, auf Anfrage der Grünen. Wer bereits eine Zeitkarte besitzt, darf weiterhin auch Fernzüge auf den genannten Strecken nutzen, betonte Staatssekreträrin Meike Niedbal (Grüne). Das Verbot gelte ausschließlich für Neukunden, die sich jetzt ein Neun-Euro-Ticket zulegen. Damit sie die Fernzüge nutzen dürfen, „hätten wir zahlen müssen“, so die Landespolitikerin. Doch der Senat habe sich dagegen entschieden. „Nicht nur, weil wir bislang noch unter einer vorläufigen Haushaltswirtschaft stehen. Sondern auch, weil es in allen Fällen alternative Angebote mit dem Regionalverkehr gibt.“

In anderen Teilen Deutschlands wurden einige Fernzüge für Reisende mit 9-Euro-Ticket zugelassen. Das gilt zum Beispiel für die Intercitys der DB zwischen Stuttgart, Singen und Konstanz. Aber das sind Ausnahmen, die extra vereinbart worden sind. „Auf dieser Verbindung gibt es keine alternativen Nahverkehrsangebote“, so Staatssekretärin Niedbal. „Deshalb haben Baden-Württemberg und die DB eine Regelung getroffen.“

Das 9-Euro-Ticket gilt auch im Dampfzug auf Rügen

Doch ansonsten können Ticketinhaber die große Freiheit genießen. Denn das Sonderangebot, das es in Juni, Juli und August gibt, gilt für mehr als 99 Prozent des Nahverkehrs in Deutschland.

So wird es zum Beispiel in S- und U-Bahnen, Straßenbahnen, Linienbussen in Dörfern, Städten und Landkreisen sowie auf einigen Fähren anerkannt. Es gilt auch in Regionalbahnen und Regionalexpresszügen - egal, ob sie von der DB, der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg), der Niederbarnimer Eisenbahn oder anderen Unternehmen betrieben werden. Freizeitverkehre wie die Mecklenburgische Südbahn nach Plau am See und bestimmte Dampfzuglinien wie der „Molli“ oder der „Rasende Roland“ an der Ostsee stehen 9-Euro-Ticketnutzern ebenfalls offen.