Langeweile? Kann man in Berlin eigentlich gar nicht haben. Wir haben tolle Frühstücks-Cafés, fantastische Biergärten, coole Wasser-Locations, können die Stadt von oben betrachten, man kann sich kostenlos ein Lastenrad leihen und mit den Kindern zum Indoor-Spielplatz düsen oder einen Bauernhof besuchen.

Wem das zu lame ist, muss die Stadt aber auch nicht verlassen. Es gibt so viele tolle Angebote für jene, die ihren Adrenalinspiegel mal wieder richtig nach oben schrauben wollen. Wir haben sechs tolle Möglichkeiten für Sie gefunden.

Paintball und Lasergame

Ein bisschen martialisch sieht es schon aus, wenn man sich die Schutzkleidung anlegt und dann mit der Wumme loszieht. Zur Wahrheit gehört aber auch: Es macht Spaß. Paintball ist ein seit Jahren beliebter Gruppensport, in dem normalerweise zwei Teams gegeneinander antreten, sich gegenseitig mit Farbkugeln markieren – also: abschießen – bis von einer Mannschaft alle ausgeschieden sind. Die anderen haben gewonnen, wobei das nur eine von verschiedenen Spielvariationen ist. Gemein ist allen: Es geht ums richtige Verstecken, eine kluge Taktik und auch um die entsprechende Feinmotorik, damit man nicht daneben schießt.

Die Druckluftwaffe hat einen Tank montiert, in dem die Farbkugeln sind. Diese sind je nach Mannschaft unterschiedlich, um Verwechslungen und Diskussionen auf dem Spielfeld zu vermeiden. Wird man getroffen, merkt man das meist deutlich, denn die gefüllten Plastikkugeln zecken ganz schön und hinterlassen auch kreisrunde Hämatome.

In und um Berlin gibt es etwa ein halbes Dutzend In- und Outdooranlagen, Kinder unter acht Jahren dürfen in der Regel nicht mitspielen. Die Preise sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich, liegen im Schnitt bei 25 bis 50 Euro pro Stunde.

Alternativ: Falls Sie keine Lust auf blaue Flecken haben, probieren Sie es doch mal mit Lasertagging. Hierbei „schießt“ man mit einem Laser. Objekte, Personen und sonstige Ziele sind mit sogenannten Treffersensoren ausgestattet, die blinken und lärmen, wenn der Laser sie erfasst. Das eingesetzte Infrarotlicht ist ungefährlich und kann die Augen oder auch sonstiges Gewebe nicht schädigen. Vieles lässt sich programmieren, etwa der Abfeuer-Sound der Waffe, wie viele Treffer man überleben darf (bekannt aus Videospielen), aber auch Reichweite und Feuergeschwindigkeit.

Wer es testen möchte, kann beispielsweise „Deutschlands größte unterirdische Lasergame Area“ besuchen: Underground Lasergame befindet sich im Europa-Haus in der Stresemannstr. 92 nahe dem S-Bahnhof Anhalter Bahnhof in Kreuzberg. Eine 60-minütige Spielzeit (zwei Spiele) kostet 20 Euro. Geöffnet ist montags bis freitags von 12 bis 22.30 Uhr, samstags bereits ab 10 Uhr sowie am Sonntag von 12 bis 20.30 Uhr.


Escape Room/Exit Game

Der Boom ebbt einfach nicht ab: Escape Rooms gibt es seit rund zehn Jahren in Berlin, und sie sind zu Recht wahnsinnig beliebt. Man taucht in eine andere Welt ein, muss knifflige Rätsel lösen und arbeitet gegen die Zeit. Ein unvergleichlicher Mix, der mitunter für Schweiß auf der Stirn sorgt. Wollen Sie mal spielen, dass Sie eine Bank ausrauben? Oder lieber Leonardo da Vinci nachspüren? Haben Sie Lust, einen Hauch von Zombie-Apokalypse zu spüren? Oder möchten Sie lieber in der Zeit zurückreisen und die Berliner Mauer zu Fall bringen? Wollen Sie versuchen, einen Flugzeugabsturz zu überleben?

Die Liste der Möglichkeiten ist lang, die Herausforderungen so unterschiedlich wie die Settings. Manche Escape-Room-Abenteuer setzen zusätzlich auf ausgefallene Kostüme (Hauptmann von Köpenick) oder Virtual Reality. Zu finden sind die Angebote fast überall in Berlin: in Lankwitz, Friedrichshain, Mitte, Köpenick, Charlottenburg oder Schöneberg. Ein Game dauert normalerweise eine Stunde, manchmal länger. Geeignet sind Escape Games meistens für kleine Gruppen bis fünf oder sechs Personen, teilweise sogar für Kinder ab zehn Jahren und sogar für Menschen mit Platzangst.

Die Preise richten sich nach Aufwand des Spiels sowie nach der Anzahl der Teilnehmenden. Manchmal zahlt man gut 20 Euro pro Person, bei einem anderen Game knapp 40 Euro. Am besten, man informiert sich vorher, welches Spiel zu einem passt und bucht auch im Vorfeld. Die meisten Anbieter haben mehrere verschiedene Games mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden im Angebot.

Für Gruselfans empfehlenswert: Ein Besuch im Leichenhaus bei Smartroom Berlin, Nöldnerstr. 1 in 10317 Lichtenberg (S-Bahnhof Rummelsburg): Ein gekachelter Raum, Blutspritzer, eine abgedeckte „Leiche“, Neonlicht sowie eine versperrte Tür. Reservierungen sind bis zu zwei Stunden vor Spielbeginn telefonisch möglich. Kosten: 60 Euro für zwei Personen, 80 Euro für drei Personen, 100 Euro für fünf Personen.


GoKart fahren

Helm auf, Hände ans Lenkrad und dann auf die Tube drücken: Wer mal völlig hemmungslos rasen will, ideallinig durch Kurven brettern möchte, ganz ohne rote Ampeln und störenden Gegenverkehr, ist auf einer der vielen GoKart-Bahnen Berlins richtig. Egal, ob benzinbetrieben oder elektrisch, in einer Halle oder Outdoor – Spaß machen sie alle, und ins Schwitzen kommt man sowieso.

Kinder unter 12 Jahren dürfen bei den meisten Anbietern nicht fahren. Checken Sie das, bevor Sie in Familie anreisen! Erforderlich sind in jedem Fall feste Schuhe, der Personalausweis und Sturmhauben (Stichwort Helm-Hygiene).

Berlins größte Kartbahn finden Sie mitten im Rollbergkiez: Auf 10.000 Quadratmetern und mit 752 Metern Streckenlänge (bis zu sieben Meter breit) ist bei Berlinkart der Thrill garantiert. 15 Minuten freies Fahren kosten 20 Euro, ein richtiges Rennen gibt’s ab 33 Euro. Zu finden in der Werbellinstraße 50, 12053 Neukölln, gelegen zwischen den Bus-Haltestellen Herrfurthstraße und Morusstraße (Bus 166, M43). Geöffnet montags bis freitags von 15 bis 21 Uhr, samstags von 10 bis 21 Uhr sowie sonntags von 10 bis 21 Uhr.

Falls Sie mehr Nervenkitzel brauchen und Berliner Luft schnuppern wollen: Machen Sie doch eine GoKart-Sightseeing-Tour. HotRod bietet verschiedene Strecken, die man sich in geführten Touren mit den kleinen, orangenen 13,6-PS-Vierrädern erschließen kann (80 Minuten, 77 Euro bzw. 120 Minuten, 99 Euro). Start ist auf dem RAW-Gelände an der Revaler Str. 99 in 10245 Friedrichshain (S+U Warschauer Straße). Sie brauchen für die Teilnahme einen gültigen Führerschein. Im Winter machen die HotRods Pause.


House Running

Hier brauchen Sie echt Nerven wie Stahlseile: Wer parallel zum Abgrund an einer Hausfassade entlang nach unten laufen will, darf weder Höhenangst haben, noch sonst wie zart besaitet sein. Am Andel’s Hotel in Lichtenberg (Landsberger Allee 106, 10369; S-Bahnhof Landsberger Allee) können Sie sich Schritt für Schritt und mit der Nase voraus dem Abgrund nähern, 60 Meter lang. Natürlich sind Sie ordentlich gesichert, aber man muss schon einiges an Mut aufbringen, wenn man hinablaufen will. Kosten: knapp 80 Euro, für 19 Euro kriegt man ein Video vom Walk.

Falls Sie lieber fliegen statt laufen wollen, fahren Sie am besten nach Mitte. Dort können Sie sich entlang des Park Inn Hotels am Alex 125 Meter in die Tiefe stürzen. Base Flying nennt sich das, Start ist auf der Dachterrasse im 40. Stockwerk. Spitzengeschwindigkeiten von 90 Stundenkilometern können Sie so erreichen. Gesichert sind Sie mit Ganzkörpergurten und Vorrichtungen, die gegen Wind schützen, sodass man nicht gegen die Fassade prallt.

Man lässt sich auch nicht kopfüber fallen, sondern bleibt mit dem Körper immer parallel zum Boden. Eine Abseilwinde sorgt dafür, dass man zehn Meter über dem Boden sanft abgebremst wird und nicht wie beim Bungee Jump auf und ab federt. Kosten: etwa 80 Euro, mit Video knapp 99 Euro. Geöffnet ist von April bis November freitags von 15 bis 23 Uhr, samstags und feiertags von 12 bis 21 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr.


Surfen lernen

Wenn Sie surfen lernen möchten, oder einfach nur so mal wieder auf dem Brett stehen wollen, sind Sie im Wellenwerk goldrichtig. Mit viel Liebe und Ehrgeiz haben die Macher – sieben Freunde aus Berlin – einen Ort geschaffen, in dem sich alles um die, nun ja, perfekte Welle dreht. Haben Sie jetzt auch einen Ohrwurm?

Um das Wellenwerk zu errichten, wurde eine alte Lagerhalle auf dem Gelände der Berliner Wasserwerke an der Landsberger Allee um- und ausgebaut. Das Versprechen: „Die Durchflussgeschwindigkeit und Wellenhöhe lassen sich stufenlos auf die Bedürfnisse anpassen und sind somit für verschiedene Surflevel vom Einsteiger bis hin zum Profi-Level perfekt geeignet. Die Surfanlage ist wetterunabhängig, bietet sommerliche Wassertemperaturen von 26 Grad Celsius und optimale Wassertiefen, um ein authentischen Surferlebnis mit Finnen zu garantieren“, steht auf der Website.

Beim Bau und auch im laufenden Betrieb achte(te)n die Betreiber auf Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität. So ist bei jeder Buchung eine Pauschale von 2 Euro fällig, die komplett in ein Baumprojekt in Brandenburg fließt. Wer also im Wellenwerk eine Session bucht, sorgt dafür, dass im Brandenburgischen neue Bäume gepflanzt werden.

Zu finden ist das Wellenwerk an der Landsberger Allee 270 in 10367 Lichtenberg (Tramhaltestelle Genslerstraße, M6). Geöffnet ist es dienstags bis donnerstags von 13.30 Uhr bis 22 Uhr, freitags bis sonntags bereits ab 11.30 Uhr. Es gibt auch Surf-Kurse für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren beziehungsweise ab 30 Kilogramm Körpergewicht (eine Stunde ca. 40 Euro). Erwachsene, vom Surf-Anfänger bis zum Profi, zahlen rund 50 Euro pro Stunde.


Autos zertrümmern

Die Autopresse Tempelhof (Gottlieb-Dunkel-Straße 41, 12099) bietet den ultimativen Frustabbau für gestresste Berliner an: Sie dürfen ein Auto zertrümmern. Also, an den Hammer, fertig, los! Für 100 Euro pro Fahrzeug, das Ihnen nach dem Zufallsprinzip zugeteilt wird, können Sie 60 Minuten lang nach Frust und Laune drauflos dreschen. Bis zu fünf Personen können ein Auto gleichzeitig beackern, allerdings werden die Scheiben vorher entfernt, damit sich niemand verletzt. Das Angebot gilt nur in den Sommermonaten, nach 14-tägiger Voranmeldung sowie wochentags in der Zeit von 10 bis 16 Uhr, am Wochenende bis 13 Uhr.