: Adbusting am Berliner Hauptbahnhof: Mit überklebten Werbeplakaten gegen Bärgida und Rassismus
Der Berliner Pegida-Ableger Bärgida ruft auf seiner Internetseite zu einem weiteren Spaziergang auf. Der europaweite Aktionstag am 6. Februar mit Pegida-Organisationen, Bürgerinitiativen und Parteien solle der Startschuss für zukünftige weitere Veranstaltungen sein, heißt es dort weiter. Die Demonstration steht unter dem Motto "Unsere Kultur. Unsere Länder. Rettet unsere Zukunft. Vereint für bessere Zukunft unserer Kinder".
Kinoplakate und Reisewerbung überklebt
Schon Tage vor dieser Veranstaltung ist der Protest dagegen sichtbar - und zwar auf überklebten Werbeplakaten rund um den Berliner Hauptbahnhof. Dort, am Washingtonplatz, wollen die Bärgida-Anhänger ihren Spaziergang beginnen. "Stop Racism", "Ferries not Frontex", "Schlaue Kids sind gegen Asylrechtsverschärfung" und "Hunger, Kälte, Fehlgeburten #lageso" ist auf Plakaten zu lesen, die eigentlich für den Film "Star Wars", Flug- und Reiseanbieter oder Lieferdienste werben sollen.
Adbusting nennt sich diese Art des Protests, bei dem Plakate mit neuen Botschaften versehen werden. Hinter dieser Klebeaktion steckt das Bündnis "Denkendzettelklebende Menschen für die Demaskierung von Asylkritik und Wutbürgertum" (DeMefüDeAsWu). Damit richten sie sich sowohl gegen Rechtsextremismus, die angekündigte Bärgida-Versammlung als auch die politischen Forderungen der AfD. "Egal, ob Bärgida oder bürgerliche Mitte: Rassismus ist scheiße", äußerte sich Tatjana Fürchterlich, Sprecherin der Gruppe, auf dem linken Blog linksunten.indymedia.org. "Wir wollen aufzeigen, dass die Auseinandersetzung mit Alltagsrassismus alle angeht."
Mit der Aktion wolle man aber auch Kritik an der aktuellen Debatte in der Flüchtlingspolitik üben. "Mit den erneuten Asylrechtsverschärfungen zeigt die Regierung ihr wahres Gesicht", so Tatjana Fürchterlich. Zu finden sind die Adbustings daher auch auf Plakatwänden in der Nähe des Innenministeriums in Moabit.