Berlin bleibt in Bewegung. Im Verkehr stehen 2018 Änderungen und Bauprojekte an. Was bringt das neue Jahr Fahrgästen und Autofahrern? Wir geben einen Überblick.

U5 wird gesperrt

Mit rund 80.000 Fahrgästen pro Tag ist sie eine der wichtigsten U-Bahn-Linien in Berlin. Für die Zeit vom 8. Januar bis 8. April 2018 sollten sich die Nutzer der U5 allerdings Alternativen suchen – weil Stellwerks- und Bauarbeiten anstehen. Zwischen Frankfurter Allee und Frankfurter Tor sowie zwischen Frankfurter Tor und Strausberger Platz gibt es Pendelverkehr.

Zwischen Strausberger Platz und Alexanderplatz fahren während der Bauzeit gar keine U-Bahnen. Dort richtet die BVG einen Schienenersatzverkehr ein – wie bei früheren Unterbrechungen auf der U5 in Form einer Bus-Ringlinie.

Bargeldlos kostet’s weiterhin mehr

Vom 1. Januar 2018 an dürfen Händler für Kartenzahlungen keine Extra-Gebühren mehr verlangen. In Berliner Taxis wird aber auch 2018 ein Zuschlag für bargeldlose Zahlung fällig – 1,50 Euro. Das sei gerechtfertigt, heißt es in der Branche.

Die Kosten für die Taxibetreiber seien hoch. So werde jedes Mal ein Aufschlag, der sogenannte Disagio, fällig. Gebühren der Abrechnungsstellen und die Miete fürs Kartenterminal kämen hinzu. Bei einem Fahrpreis von 20 Euro verursache eine Zahlung mit Kreditkarte Aufwendungen von 1,30 bis zwei Euro.

Fahrverbot für Dieselautos?

310.000 Dieselfahrzeuge sind in Berlin zugelassen. Für ihre Besitzer, aber auch viele Pendler, wird 2018 spannend. Am 22. Februar befasst sich das Bundesverwaltungsgericht mit einem Urteil, das für Düsseldorf ein Dieselfahrverbot für zulässig gehalten hat.

Danach, voraussichtlich im Frühjahr, will sich das Verwaltungsgericht Berlin mit dem Thema beschäftigen. Dann geht es um eine Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen das Land.  

Der Senat unternehme zu wenig, um die Belastung der Luft mit gesundheitsschädlichen Stickoxiden zu senken, so der Verband. Er fordert, „schmutzige Diesel“ aus der Innenstadt auszusperren. Der Senat will das verhindern. Das träfe nicht nur den privaten, sondern auch den Wirtschaftsverkehr.

Fußgängerzone Unter den Linden

Was wird aus dem Boulevard in Mitte? Etwas anderes als heute – so sieht es die rot-rot-grüne Koalitionsvereinbarung vor. Darin heißt es: „Das Umfeld des Humboldt Forums wird verkehrsberuhigt und der Straßenraum bis zum Brandenburger Tor fußgängerfreundlich umgestaltet.

Dabei wird der motorisierte Individualverkehr unterbunden zugunsten des Umweltverbundes.“ Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) hat bekräftigt, dass der Senat im Frühjahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben will. Eine Umgestaltung der Straße wäre aber erst möglich, wenn die U5 verlängert und die Baustelle abgeräumt ist – frühestens 2021.

Pankow-Zubringer wird Großbaustelle

Viele Autofahrer kennen sie als Holperstrecke mit Tempolimit. Nun wird die A114, die im Norden Pankows zum Berliner Ring führt, saniert und ausgebaut. Dauer: bis 2021. Kosten: 45 Millionen Euro. Im Herbst 2017 ging es los, mit Brückenbauarbeiten. 2018 werden nun weitere Arbeiten beginnen, die sich erheblich auf den Verkehr auswirken.

Im ersten Halbjahr 2018 werden zwei Brücken abgerissen und neu gebaut. Voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2018 startet die halbseitige Erneuerung der Fahrbahn. Begonnen wird mit der Erneuerung der östlichen Fahrbahn Richtung Berliner Ring.

Ferienzeit – Stauzeit

Wie in jedem Jahr müssen sich die Autofahrer auch im Sommer 2018 auf Großbaustellen einrichten. Während der Sommerferien, die vom 5. Juli bis 17. August dauern, drohen ebenfalls Staus und längere Fahrzeiten.

Ein Schwerpunkt wird wie 2017 die Rudolf-Wissell-Brücke sein, mit fast 930 Metern Berlins längste Straßenbrücke. Das Spannbetonbauwerk in Charlottenburg, das 1961 für den Verkehr freigegeben worden ist, gilt als Problemfall.

Damit die nach einem SPD-Politiker benannte Brücke bis zum geplanten Neubau (frühestens ab 2022) befahrbar bleibt, wird die Fahrbahn erneuert – für sieben Millionen Euro. In den Sommerferien ist die Westseite, die Fahrbahn Richtung Funkturm, an der Reihe.

Kampf dem Betonkrebs 

Auch auf der A 113, die Berlin mit Schönefeld und dem Berliner Ring verbindet, stehen im Sommer wieder Baustellen an. In der erst 2008 fertiggestellten Autobahn wurde eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion, auch Betonkrebs genannt, festgestellt. Dabei handelt es sich um einen Zersetzungsprozess, der Beton von innen heraus zerstört.

Risse und Schlaglöcher entstanden, die Fahrzeugen zusetzen und Motorradfahrern gefährlich werden können. Im Sommer 2017 wurden für fünf Millionen Euro 60.000 Quadratmeter Fahrbahn neu gebaut. Im Sommer 2018 werden die Arbeiten fortgesetzt, so die Senatsverkehrsverwaltung. 

Immer fertiger – der BER

Der Flughafen wird 2018 erneut für Schlagzeilen sorgen, vielleicht ausnahmsweise für positive. Der aktuelle Zeitplan von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sieht vor, dass im neuen Jahr eine wesentliche Etappe des Milliardenprojekts abgeschlossen wird, damit der BER im Oktober 2020 ans Netz gehen kann.

Für 2018 werde die „bauliche Fertigstellung“ des Terminals angestrebt, sagt er. Eine Schlüsselrolle fällt dem finnischen Technikkonzern Caverion zu. Eine Ende 2017 besiegelte Vereinbarung sieht vor, dass die Sprinkleranlage und die mechanischen Teile der Brandschutzanlage, für die Caverion zuständig ist, bis zum 31. August 2018 fertig werden müssen. Ansonsten werden Strafzahlungen fällig, die sich auf fünf Prozent des Auftragswerts von mehr als 300 Millionen Euro summieren.

Das Ostkreuz wächst

Der Knotenpunkt im Osten gewinnt weiter an Bedeutung. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 werden weitere Anlagen fertig, die ihm weiteren Verkehr bescheren werden.

Vorgesehen ist, dass im unteren Teil des Bahnhofs weitere Regionalzüge halten. Möglich wird das dadurch, dass die Ostbahn über Lichtenberg hinaus verlängert wird. Im unteren Bereich des Ostkreuzes entstehen zwei Bahnsteige für den Regionalzugverkehr, einer zum Aussteigen, der andere zum Einsteigen.

Dort werden die Dieseltriebwagen der Linien RB 25 (Berlin–Werneuchen) und RB 26 (Berlin–Kostrzyn/Küstrin) beginnen und enden. Die RB 26, Oderlandbahn genannt, kehrt heute noch in Lichtenberg um. Ein weiterer Teil des Ostkreuzes soll ebenfalls fertig werden. Ebenfalls am 9. Dezember 2018 will die Bahn den zweiten Teil der Fußgängerbrücke, die nach historischem Vorbild im Stil der Neuen Sachlichkeit neu entsteht, freigeben.

Dann wird das Bauwerk, das derzeit ungefähr auf halbem Weg endet, alle Ost-West-Gleise überspannen. Bereits ab Juni 2018 hält ein weiterer Fernzug am Ostkreuz. Auf seiner Fahrt nach Hannover, Bremen und weiter an die Nordsee wird der IC 2432 (Cottbus-Norddeich) morgens stoppen.