Kann ich aus dem Vertrag mit dem Entsorger aussteigen, wenn dieser seine Leistungen nicht erfüllt?

Das ist möglich, so lange man sich an bestimmte Regeln hält. Die Verbraucherzentrale rät dazu, dem säumigen Vertragspartner per Einschreiben eine Frist zu setzen (meistens 14 Tage), binnen dieser er die Altpapiertonnen abholen muss. Andernfalls kündige man. Ist die Frist verstrichen, sollte man – erneut per Einschreiben – die Kündigung abschicken.

Wer holt dann mein Altpapier ab?

In Berlin befindet sich anders als in den meisten deutschen Großstädten der Altpapiermarkt fest in privater Hand. Derzeit gibt es mehr als ein halbes Dutzend konkurrierender Firmen, darunter unter anderem Alba, Veolia, Bartscherer oder die BSR-Tochter Berlin Recycling. Sie alle haben eigene Tonnen und eigene Tarife. Der Preis pro Abholung setzt sich unter anderem daraus zusammen, wie die Firmen ihre Routen zu den Kunden schneiden können. Bei Mietshäusern mit mehreren Wohnungen werden die Verträge üblicherweise mit der Hausverwaltung abgeschlossen. Mieter zahlen dann über ihre Nebenkosten für die Papierentsorgung.

Verlangen alle Firmen Geld fürs Altpapier?

Die meisten. Jedoch gibt es immer wieder auch kostenlose Angebote.

Wie kann ich mein Altpapier noch kostenlos los werden?

Die Berliner Stadtreinigung betreibt im gesamten Stadtgebiet 15 Recyclinghöfe, auf denen Altpapier kostenlos abgenommen wird. Eine Liste der Standorte gibt es unter www.bsr.de

Können Bürger für Altpapier Geld bekommen?

Ja, aber nur wenig. Die Berliner Papierbank (www.papierbank.de) bezahlt in ihren elf Filialen und acht Agenturen Geld nach Gewicht. In der Filiale Semmelweisstraße in Altglienicke erhalten Privatkunden für ein Kilogramm Mischpapier 6 Cent, für ein Kilo Hochglanzware gibt’s 7 Cent.

Können Unternehmen mit Altpapier ein Geschäft machen?

Das geht sehr wohl, ist wegen der geringen Gewinnmargen aber mühsam. Zwar behaupten selbst Fachleute, dass man eigentlich nur mit dem Recyceln von Metall tatsächlich Geld verdienen kann, dennoch gibt es durchaus einen Markt für Altpapier. Das Problem ist nur, dass der Preis für diesen Rohstoff auf dem Weltmarkt extrem schwankt. Durch die Finanzkrise kamen die Preise ins Rutschen. So gab es im Herbst 2008 nur noch 5 bis 15 Euro pro Tonne Papier – zuvor konnten Entsorger bis zu 100 Euro kassieren. Bald darauf stieg der Preis wieder auf 85 Euro – und sinkt seitdem wieder stetig. Solche Schwankungen öffnen der Spekulation Tür und Tor. Glücksritter fühlen sich angezogen – und müssen beim nächsten Preisverfall wieder aufgeben.