Seit Oktober können AfD-kritische Lehrkräfte anonym auf einem Beschwerdeportal der AfD gemeldet werden. Die Lehrerinitiative „Bildet Berlin!“ hat daraufhin mit einem „Offenen Brief an die Berliner AfD“ Unterschriften an Schulen gegen das Beschwerdeportal gesammelt. Das Ergebnis ist beachtlich: 1844 Lehrer aus 123 Schulen haben unterschrieben.

Viele Lehrer sind verunsichert wegen des AfD-Meldeportals

„Das Ergebnis ist vor allem deshalb ein klares Zeichen, da es Schulleitungen gab, die das Sammeln der Unterschriften untersagt haben“, sagte Florian Bublys, Sprecher der Initiative. „Außerdem sind viele Lehrkräfte stark verunsichert, was mit den Namen auf den Unterschriftenlisten geschieht, wenn diese der AfD übergeben werden.“ Es habe sogar Fälle gegeben, in denen Lehrkräfte nachträglich wieder von den Listen entfernt werden wollten, wegen zu großer Bedenken. „Aufgrund dessen werden die Unterschriftenlisten nicht an die AfD übergeben, betonte Bublys.

Abschaffung des AfD-Beschwerdeportals wird gefordert

Die Lehrer fordern eine Abschaltung des Meldeportals. Die AfD fordert damit Schüler dazu auf, Lehrer zu melden, die gegen die rechtspopulistische Partei agitieren und einseitige politische Meinungen vertreten. Die Bildungsverwaltung betont hingegen, dass Lehrer aufgrund ihres Erziehungsauftrages durchaus für die demokratische Grundordnung, Demokratie und Vielfalt einstehen sollten.