Ein gefaktes Werbeplakat in der Nähe der AfD-Zentrale in Tiergarten hat am Dienstag für Verwirrung gesorgt. „Für eine besinnliche Zeit: Sag’ Nein zur AfD“ steht auf dem Plakat am Lützowplatz. Darunter: das Coca-Cola-Logo und der für Marketingaktionen des Konzerns typische Weihnachtsmann.

Coca Cola stellte rasch klar, dass die Anti-AfD-Werbung nicht aus dem eigenen Haus stammt. Verantwortlich dafür zeichnet hingegen eine Aktivisten-Gruppe namens Modus, die unter dem Hashtag #AFDentskalender und auf einer gleichnamigen Webseite zu Protestaktionen gegen die rechtspopulistische Partei aufruft. Wie bei einem Adventskalender schaltet die Gruppe auf der Homepage bis zu Heiligabend jeden Tag ein Kästchen mit einem Tipp zum Protest frei. Modus hat nach eigener Aussage mehr als 50 Mitglieder, darunter Künstler, Journalisten, Juristen und Gastronomen. Man wolle „kreativ, solidarisch und unbequem“ sein, heißt es auf der Homepage. 

„Nicht jedes Fake muss falsch sein.“

Die AfD ließ die Frage zunächst unbeantwortet, ob man gegen das Plakat rechtliche Schritte einleiten wolle. Zumindest von Coca Cola haben die Aktivisten wohl keine Klage zu erwarten.

Patrick Kammerer, Direktor für Unternehmenskommunikation, twitterte wohlwollend: „Nicht jedes Fake muss falsch sein.“ Mehrere AfD-Mitglieder, darunter der Heidelberger AfD-Sprecher Malte Kaufmann, sowie zahlreiche AfD-Sympathisanten riefen daraufhin in sozialen Netzwerken zum Boykott von Coca Cola auf.