Berlin - Vier Menschen sind am Sonntag in Jerusalem ums Leben gekommen, als ein Palästinenser mit seinem Lastwagen gezielt in eine Gruppe von Soldaten fuhr. In Gedenken an die Opfer des Anschlags wurde am Montagabend das Brandenburger Tor in Berlin in den Nationalfarben Israels angestrahlt.

Diese Solidaritätsbekundung gefällt auch der Berliner AfD-Vorsitzenden Beatrix von Storch. "Das ist richtig!", schreibt sie beim Kurznachrichtendienst Twitter. So weit, so gut. Doch sie setzt fort und unterstellt, dass deutschen Terror-Opfern nicht gedacht worden sei: "Wann war nochmal die Gedenkanstrahlung in schwarz-rot-gold für die deutschen Terror-Opfer in der Bundeshauptstadt? WANN???!" 

Dass das Brandenburger Tor am 20. Dezember, einen Tag nach dem tödlichen Anschlag am Berliner Breitscheidplatz, in den Farben schwarz-rot-gold erstrahlte und viele Menschen auf dem Pariser Platz um die Opfer trauerten, scheint von Storch nicht zu wissen.

Diese offensichtliche Erinnerungslücke bleibt nicht unentdeckt. Viele Twitter-Nutzer reagieren und helfen der AfD-Politikerin auf die Sprünge.

"Dass Sie sich nicht an das erinnern, was vor 75 Jahren war, wussten wir. Aber Vergessen innerhalb von nicht mal drei Wochen?", twittert ein anderer. "Demenz, bösartig oder einfach nur eine Lügnerin?", fragt ein weiterer.

"Haben Sie sich in Brüssel eingegraben und nichts mitbekommen?"

Auch Grünen-Politiker Volker Beck gibt Nachhilfe in jüngerer Geschichte: "Die Antwort ist 20.12. Schade, das Sie nichts mitbekommen & keine Suchmaschine bedienen können", twittert er. Der Öffentlichkeitsbeauftragte des American Jewish Committee Berlin, Fabian Weißbarth, antwortet: "Ist das ihr ernst? Haben Sie sich in Brüssel eingegraben und nichts mitbekommen? Bitte löschen!!"

Dieser Aufforderung kam die AfD-Politikerin nicht nach. Vielmehr gibt sie in einem weiteren Tweet ihre Unkenntnis zu - und, ganz im AfD-Reflex - Kanzlerin Angela Merkel die Schuld für ihre Erinnerungslücke: "Am 20.12. srg.Doll.Bei der Gedenkverweigerg der Kanzlerin kann man daran schon Zweifel haben."

Auch dieser Tweet bleibt nicht unbeantwortet: "Sie behaupten etwas, werden widerlegt und sind dann pampig, weil das nicht zutreffende Ihnen ganz gut gepasst hätte?", schreibt ein Twitter-Nutzer. Ein anderer kommentiert: "Ihre eigene, bösartige, großmäulige und voreilige Trotteligkeit versuchen Sie jetzt noch der Kanzlerin in die Schuhe zu schieben. Arm."