Gelegenheitsjäger dürfen Wildschweine in Berlins Wäldern kostenlos schießen. Das sieht die neu formulierte Jagdnutzungsverordnung vor. Bislang kostete die Erlaubnis pro Tier 100 bis 500 Euro. Am teuersten waren große Keiler, denn die meisten Jäger schießen diese wegen der großen Eckzähne („Gewaff“) als Trophäe.

Neue Regel gilt für die etwa 80 Jäger

Der Grund für die Erlaubnis: Der Bestand des Schwarzwilds soll verringert werden, damit sich die für Menschen harmlose Afrikanische Schweinepest nicht unter Wild- und Hausschweinen verbreiten kann. Die Afrikanische Schweinepest bewegt sich gegenwärtig von Osten her auf Deutschland zu. Für diese Ausbreitung ist der Mensch zum Beispiel durch weggeworfene Lebensmittel verantwortlich.

Die neue Regel in der Jagdnutzungsverordnung gilt für die etwa 80 Jäger, die kein ganzjähriges „Begehungsrecht“ haben, sondern von Fall zu Fall auf die Pirsch gehen. Die 120 Jäger mit Begehungsrecht regeln ihre Abschüsse mit der jeweiligen Försterei, abhängig vom Bestand. 

Was passiert mit den toten Wildschweinen?

Aber dürfen die Jäger die erlegten Wildschweine auch behalten? „Erlegte Tiere müssen den Berliner Forsten übergeben werden. Die verkaufen das Fleisch," sagt Derk Ehlert von der Senats-Umweltverwaltung. "Man kann aber mit dem jeweiligen Förster vereinbaren, dass man ein erlegtes Tier behalten darf.“

Im Jagdjahr 2015/16 (vom 1. April bis 31. März) wurden 1367 Wildschweine erlegt, im Jagdjahr 2016/17 waren es 1665. In Berlin gibt es rund 18.000 Hektar Wald.