Ein Schild warnt vor der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen. Inzwischen ist der erste Fall außerhalb des Kerngebiets bestätigt.  
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PotsdamDie Afrikanische Schweinepest (ASP) hat sich in Ostbrandenburg bereits deutlich weiter ausgebreitet als befürchtet. Nach den ersten Funden von toten Wildschweinen am 10. September im Kreis Oder-Spree wurde nun 60 Kilometer vom bisherigen Sperrkreis entfernt ein ASP-Fall nachgewiesen. Wie das Potsdamer Verbraucherschutzministerium am Mittwoch mitteilte, hat ein Jäger hat das Wildschwein im weiter nördlich gelegenen Landkreis Märkisch-Oderland in der Nähe des Ortes Bleyen unmittelbar an der polnischen Grenze erlegt. Die vorgeschriebene Probe des Kadavers wurde zuerst im Landeslabor und danach im Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut untersucht. In beiden Fällen wurde der Verdacht bestätigt.

„Damit haben wir eine neue Lage“, sagte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). „Alle verantwortlichen Akteure sind sehr gut auf diesen Ernstfall vorbereitet und arbeiten eng abgestimmt und mit Hochdruck daran, schnell alle notwendigen Maßnahmen umzusetzen.“ Sie forderte einen durchgängigen festen Zaun an der Grenze zu Polen. Nach einem Gespräch mit Finanzministerin Katrin Lange (SPD) teilte Lange am Mittwochnachmittag mit, dass das Land Brandenburg sechs Millionen Euro aus dem Landeshaushalt für den Bau von festen Wildschutzzäunen zur Verfügung stellt.

Bislang gibt es eine Schutzzone mit einem Radius von 15 Kilometern um die erste Fundstelle, die nach jedem neuen Fund ausgeweitet wird. Innerhalb der bisherigen Schutzzone wurde am Dienstagabend von den Laboren ein weiterer Verdachtsfall bestätigt. Damit wurden dort bisher 37 ASP-Fälle nachgewiesen. Nun wird die Schutzzone erneut erweitert. Dazu kommt nun der neue Fall in dem neuen Gebiet. In beiden Zonen wird nun verstärkt nach toten Wildschweinen gesucht und auch lebende gejagt. Die Seuche ist für Menschen ungefährlich, aber nicht für Hausschweine.

Der Krisenstab des Kreises Märkisch-Oderland wurde am Dienstag sofort aktiviert, teilte das Ministerium mit. Am Mittwochmorgen wurde begonnen, das neue Kerngebiet mit mobilen Schutzzäunen zu sichern.

Ministerin Nonnemacher sagte: „Nach unserer derzeitigen Einschätzung handelt es sich in Brandenburg um zwei voneinander getrennte Seuchengeschehen.“ Es wird also davon ausgegangen, dass ein Schwein aus Polen die Krankheit zuerst im Süden einschleppte und nun ein anderes Schwein weiter nördlich. 

„Wir brauchen einen festen Zaun entlang der gesamten brandenburgisch-polnischen Grenze, um einen Wechsel von infizierten Tieren zu verhindern“, sagte sie.