Berlin - Während die Nahrungsmittelindustrie und Bauernverbände die Grüne Woche als Erfolgsschau feiern, gibt es von anderer Seite Protest. So haben für diesen Sonnabend Tierschutzverbände und Öko-Initiativen zu einer Großdemonstration aufgerufen. „Wir haben die Agrarindustrie satt! Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Jetzt!“, heißt das Motto des Aufmarsches, der vom Berliner Hauptbahnhof zum Kanzleramt führen soll. Die Veranstalter erwarten mehrere Zehntausende Teilnehmer. Los geht die Großdemonstration um 11 Uhr, sie soll zwei Stunden dauern.

Zu den Organisatoren der Protestaktion gehört auch der Naturschutzbund Nabu. „Es wird höchste Zeit, dass die Agrarpolitik auf einen zukunftsfähigen und naturverträglichen Kurs gebracht wird“, sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Von der Demonstration müsse ein klares Signal für einen Kurswechsel in der Agrarpolitik ausgehen. Immer mehr Menschen hätten es satt, dass die Brüssler Agrarmilliarden gießkannenartig in die Landwirtschaft fließen und damit noch Betriebe gefördert würden, die durch großflächigen Maisanbau, Pestizideinsatz und Massentierhaltung der Umwelt schaden.

Umdenken gefordert

Der Nabu hatte Umweltministerin Ilse Aigner (CSU) vor wenigen Wochen den Negativpreis „Dinosaurier des Jahres“ verliehen, um auf den überfälligen Kurswechsel in ihrem Verantwortungsbereich hinzuweisen. Kritisiert wird von Umweltverbänden auch, dass es in der Landwirtschaft immer weniger Gemischtbetriebe mit Tierhaltung und Ackerbau gibt. Dafür sei eine zunehmende Spezialisierung und Intensivierung zu beobachten.