Airport BER in Schönefeld: Neuer Hauptstadtflughafen ist zu klein

Berlin - Damit werde eine „Sicherheitsreserve“ für die erste Zeit nach der Inbetriebnahme geschaffen. „Es geht nicht um eine Kapazitätserweiterung“, sagte er. „Wir rücken von der ursprünglichen Planung nicht ab.“ Im Terminal selbst stehen zur Eröffnung acht Check-In-Inseln mit 94 Schaltern bereit, an denen in Spitzenzeiten bis zu 4 500 Passagiere pro Stunde abgefertigt werden können.

Nach Angaben des Sprechers reagiert die Flughafengesellschaft mit dem 2,5 Millionen Euro teuren Anbau auf Erkenntnisse aus dem Probebetrieb, der im November begann. Dabei habe sich gezeigt, dass es nach einem Computerabsturz schnell zu Stockungen und längeren Wartezeiten kommen könne. In solchen Fällen würden die Zusatzschalter Entlastung bringen. „Wir kommen damit der Verantwortung für die Passagiere nach, die nur kurze Wartezeiten haben sollen“, erklärte der Sprecher. Wie schnell die Halle, die in Leichtmetallbauweise errichtet wird, wieder abgebaut werden soll, ist offen. „Wenn sich alles eingespielt hat, brauchen wir sie nicht mehr“, sagte Erichsen.

In der Haupthalle des Terminals sind trotz der gewaltigen Grundfläche von 220 mal 180 Metern für zusätzliche Einbauten keine Reserveflächen vorhanden. Um Kosten zu sparen, verzichtete die Flughafengesellschaft von Anfang an darauf, auf Vorrat zu planen. Der Bau des Terminals sollte die Grenze von 630 Millionen Euro nicht überschreiten.

Wie knapp der Platz im neuen Abfertigungsgebäude bemessen ist, hatte sich bereits vor zwei Jahren gezeigt. Im Juni 2010 gab die Flughafengesellschaft den Bau zweier Pavillons beidseits des Terminals bekannt. Anlass für die Umplanung waren neue EU-Sicherheitsvorschriften. Danach können Passagiere ab April 2013 wieder Getränke im Handgepäck mitführen.

Allerdings sollen gefährliche Flüssigkeiten dann von speziellen Scannern erkannt werden – die einen höheren Platzbedarf haben.

Dafür werden die Pavillons benötigt. Sie öffnen im April 2013. Der Flughafen bezifferte die Kosten für die Umplanung und den Bau der Pavillons auf 50 Millionen Euro – und verschob seinerzeit zugleich den immer wieder genannten Eröffnungstermin vom 30. Oktober 2011 auf den 3. Juni 2012. Dabei soll es trotz des neuen, temporären Erweiterungsbaus auch bleiben.

Mehrere Anwohner des künftigen Hauptstadtflughafens haben unterdessen beantragt, den Eröffnungstermin zu verschieben. In dem Antrag an das brandenburgische Verkehrsministerium machen sie geltend, noch nicht einmal die Hälfte der Anspruchsberechtigten hätten Schallschutzfenster erhalten. (mit dpa)