Konkrete Vorwürfe gegen Anis Amri und zwei Komplizen wegen Drogenhandels: Bei den Untersuchungen zum Terroranschlag in Berlin und den Ermittlungen der Kriminalpolizei ist ein weiteres unklares Dokument aufgetaucht. Der Sonderermittler des Senats, Bruno Jost, sagte am Montag: „Der Eindruck, dass es zu Aktenmanipulationen gekommen ist, verfestigt sich.“

Jost berichtete am Montag im Innenausschuss von einer Strafanzeige in den Unterlagen des Landeskriminalamtes, die am 2. Januar 2017 erstellt worden sei. Das Dokument sei möglicherweise auch nur ein Entwurf. Die Inhalte würden sich weitgehend decken mit dem bekannten umfangreichen Bericht vom 1. November 2016 zum „gewerbsmäßigen Drogenhandel“ Amris. Zu welchem Zweck das weitere Dokument erstellt worden sei, könne er noch nicht sagen, meinte Jost.

Dokument ist "eine Art Momentaufnahme"

Der Verfasser des Dokuments vom 2. Januar sei der gleiche Kriminalpolizist, der auch den Bericht vom 1. November 2016 geschrieben habe, sagte Jost. Der noch spätere Bericht, der Mitte Januar an die Staatsanwaltschaft ging und im Mai wegen des gekürzten und abgeschwächten Inhalts und der Rückdatierung den Vorwurf der Aktenmanipulation ausgelöst hatte, sei hingegen von einem weiteren Polizisten verfasst worden. Es gebe aber keine Anhaltspunkte, dass auf diesen zweiten Verfasser irgendein Einfluss genommen worden sei.

Jost sagte, möglicherweise habe es sich bei dem Dokument vom 2. Januar um eine „Art Momentaufnahme“ gehandelt. Er hoffe, bei der weiteren Untersuchung mehr herauszufinden. Anfang Juli will Jost einen Zwischenbericht vorlegen. (dpa/BLZ)