Schwarze Fußstapfen führen von einer großen schwarzen Farblache vor dem Kanzleramt weg. Eine Wand ist meterhoch mit schwarzen Spritzern beschmiert. Hier haben am Mittwochvormittag die Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ gestanden und die Fassade des Kanzleramts mit Öl und Wasser bespritzt.

Mit der Aktion protestieren sie gegen Ölbohrungen in der Nordsee und richten sich direkt an den als „Klimakanzler“ angetretenen Olaf Scholz. „Öl sparen, statt bohren“, steht auf einem Transparent. Schon am Montag und Dienstag sorgte die Initiative mit Blockaden von zehn Ausfahrten der Autobahn 100 für Aufsehen.

Erkennbar an ihren orangefarbenen Warnwesten sitzen die Aktivistinnen und Aktivisten nun zwischen Polizeibeamten. Die Polizisten tasten sie ab und durchsuchen ihre Taschen. Die Klimaaktivisten müssen ihre Ausweise zeigen. Beide Seiten bleiben dabei entspannt. Wer einmal von der Polizei durchgecheckt wurde, darf gehen.

Auf Twitter postet die „Letzte Generation“: „Ölquelle gefunden – direkt vor dem Kanzleramt“.

Einige bleiben, sitzen in der Sonne und beobachten das Geschehen. Auf die Aktion angesprochen, verweisen die jungen Leute auf ihre Pressesprecherin. Genauso die Polizei. Dann sagt eine der Teilnehmerinnen doch noch, dass sie um 11 Uhr losgelegt haben. Sie deutet auf die Wand: „Das ist noch nicht mal Sachbeschädigung“, sagt sie. „Es ist ein abwaschbares Gemisch aus Wasser mit wenig Öl.“

Auf ihrem Telegram-Kanal fordern die Aktivisten immer wieder zur Unterstützung auf: Spenden, Unterkunft in Berlin, Mitmachen. Sie verlangen eine Erklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), dass keine neue Infrastruktur gebaut wird, um fossile Energieträger zu nutzen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Ein Aktivist tippt vor dem Kanzleramt derweil unentwegt auf seinem Handy. Er müsse den internen Liveticker bespielen, meint er. Auf dem Telegram-Channel der „Letzten Generation“ beschreiben die Aktivisten ihre Aktion so: „Mit Spaten und allerlei Werkzeug im Gepäck graben die Klimaschützer:innen der Letzen Generation an diesem Vormittag auf der Fläche vor dem Bundeskanzleramt nach Öl.“

Ob abwaschbar oder nicht, wenn die Aktivistinnen und Aktivisten etwas erreichen wollten, dann war das Aufmerksamkeit. Das ist ihnen offenbar geglückt, Presse war reichlich anwesend vor dem Kanzleramt.