Berlin - Viele hundert Menschen wollen an diesem Freitag gegen die anti-israelische Al-Kuds-Demonstration von radikalen Muslimen protestieren. Angemeldet sind zwei Kundgebungen am Kurfürstendamm, die sich für Israel einsetzen und gegen den Antisemitismus der Al-Kuds-Demonstranten richten.

Am Al-Kuds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Er erkennt den Staat Israel nicht an. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem.

Im vergangenen Jahr demonstrierten rund 800 Menschen gegen Israel. 500 Menschen beteiligten sich an Gegenkundgebungen entlang der Strecke am Kurfürstendamm. 640 Polizisten waren im Einsatz, um Demonstranten und Gegendemonstranten zu sichern - und Aggressionsausbrüche zu unterbinden.

Für die Al-Kuds-Demonstranten gibt es immer strenge Auflagen der Polizei. Fahnen und Symbole der terroristischen Hisbollah-Organisation sind verboten, ebenso die Parolen „Tod Israel“ oder „Tod den Juden“. Die Demonstration beginnt um 14.30 Uhr am Adenauerplatz und endet am Wittenbergplatz.

Kultursenator Klaus Lederer will sich an den Gegenprotesten zum Al-Kuds-Tag beteiligen

Die Berliner Vorsitzende der Linken, Katina Schubert, erklärte: „Antisemitische Hetzpropaganda ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“ Bei der Al-Kuds-Demonstration würden Antisemiten den Nahostkonflikt für Propaganda instrumentalisieren. Schubert kündigte an, sich zusammen mit Kultursenator Klaus Lederer an den Gegenprotesten zu beteiligen.

Das Antifaschistische Berliner Bündnis gegen den Al-Kuds-Tag teilte mit: „Es gibt kein Recht darauf, für die Vernichtung von Menschen aufzumarschieren. Wir solidarisieren uns mit den von Antisemitismus Betroffenen und deren Schutzraum Israel.“

Friedensmarsch gegen islamistischen Terrorismus

Am Freitagabend (18 Uhr) wollen muslimische Verbände mit einem Friedensmarsch gegen islamistischen Terrorismus demonstrieren. Sie laufen vom Gendarmenmarkt zum Brandenburger Tor. Das Motto lautet „Nicht mit uns“. Am vergangenen Samstag gab es in Köln die erste Demonstration dieser Art.

Nach den islamistischen Terroranschlägen in Berlin, Manchester, London und anderen Städten wollten Muslime ein deutliches Zeichen setzen. Die Teilnehmerzahl blieb mit wenigen tausend Menschen allerdings weit hinter den Erwartungen der Organisatoren zurück. Die Veranstalter hatten bis zu 10.000 Teilnehmer angemeldet. (dpa)