Berlin - Etwa 500 Menschen haben am Freitag in Berlin gegen die jährliche anti-israelische Al-Kuds-Demonstration radikaler Muslime protestiert. Die Gegendemonstranten versammelten sich am frühen Nachmittag am Ku'damm, Ecke Schlüterstraße. Viele trugen Israel-Fahnen. Auf einem Transparent war zu lesen: „Kein Platz für Judenhass.“ Unter den Teilnehmern waren Vertreter mehrerer Parteien und Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD). 

Ganz in der Nähe am Adenauerplatz versammelten sich schätzungsweise 300 bis 400 Al-Kuds-Demonstranten. Einige trugen Palästina-Fahnen, auf einem Transparent stand „Zionisten raus aus Israel“. Die Polizei war mit rund 500 Beamten vor Ort, um Gewaltausbrüche zwischen den Demonstranten aus den verschiedenen Lagern zu verhindern. 

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck, der an den Protesten gegen die Al-Kuds-Demo teilnahm, sagte, vorgeschobener Anti-Zionismus sei nichts anderes als Antisemitismus. Die Veranstalter der Al-Kuds-Demo, hinter denen auch der iranische Staat stehe, stellten das Existenzrecht Israels in Frage.

Der Berliner CDU-Generalsekretär Stefan Evers erklärte: „Radikale und Extremisten, die das Existenzrecht Israels in Frage stellen, Hass schüren und den Boden für Gewalt säen, müssen und werden auf den entschlossenen Widerstand unserer Gesellschaft stoßen.“ FDP-Landesvize Friedrich Ohnesorge sagte auf dem Breitscheidplatz, Israel verteidige „auch unsere Freiheit und Werte gegen einen immer aggressiveren, die Religion nur missbrauchenden Extremismus“.

Am Al-Kuds-Tag, der an die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekriegs 1967 erinnert und am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Er erkennt den Staat Israel nicht an. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem.

Hunderttausende im Iran auf den Straßen

Hunderttausende Menschen haben am Freitag im Iran an staatlich organisierten Kundgebungen gegen den politischen Erzfeind Israel teilgenommen. Zu den landesweiten Straßendemonstrationen hatte das Establishment anlässlich des jährlich stattfindenden Al-Kuds-Tages aufgerufen.

In diesem Jahr wurden auf der Revolutionsstraße in Teheran auch die zwei Mittelstreckenraketen Sulfaghar und Schahab-3 ausgestellt. Mit Sulfaghar-Raketen hatten die Revolutionsgarden letzte Woche Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien beschossen. Die Schahab-3 hat iranischen Angaben nach eine Reichweite von 1200 Kilometern und könnte daher auch Israel treffen. (dpa)