Die Größe eines Erfolgs lässt sich an solchen Erlebnissen ermessen. Während unseres Gesprächs im Restaurant Dressler am Kurfürstendamm wird der Berliner Schauspieler René Steinke von den Nachbartischen aus beobachtet. In dem Moment, in dem wir erkennbare Anstalten machten, uns voneinander zu verabschieden, stehen plötzlich Österreicher vor ihm und bitten um gemeinsame Fotos. Die sehen in ihm immer noch den Actionhelden Tom Kranich aus „Alarm für Cobra 11“, was Steinke kein bisschen stört, im Gegenteil.

Natürlich posiert er freundlich und geduldig für Fotos. Auch dankbar. Diese Serie „Cobra 11“ hat ihm seine Eigentumswohnung im Bötzowviertel in Prenzlauer Berg finanziert. Während er noch dafür vor der Kamera stand, bekam er kostenlos einen Porsche vor die Tür gestellt. Inzwischen fährt Steinke Kombi: „Mein Hund ist so groß!“ Bei „Alarm für Cobra 11“ hatte Steinke zweimal einen ersten Drehtag. Nach seinem ersten Abschied von der Serie wurde er nämlich zurückgeholt. Diese Gefahr schien durch die Art seines zweiten Abschieds – er wurde im Dienst bei der Autobahnpolizei erschossen – gebannt. Sollte man meinen, würde damit die Fantasie von Leuten in Produktionsfirmen allerdings stark unterschätzen: „Zwei Jahre nach meinem Serientod haben die wieder angerufen und gefragt, ob ich zurück komme.“ Sein fundierter Einwand („Aber ihr habt mich doch erschossen!“) wurde lässig abgetan: „Das konnte ja auch vorgetäuscht sein, um Dich ins Zeugenschutzprogramm zu nehmen.“ Steinke hat das nicht mitgemacht.

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