Berlin - Hinter dem hohen Holzzaun herrscht ungewöhnliche Stille. Ein Bagger steht ungenutzt herum, vereinzelt sind Arbeiter zu sehen, die Propangasflaschen und Gerätschaften zusammenräumen. Auf der Baustelle für das Wohn- und Geschäftshaus „Alea 101“ am Alexanderplatz, unmittelbar vor dem Kino Cubix, wurde am Montag offiziell Baustopp verkündet. Schuld daran, so teilte der Investor Redevco aus Düsseldorf auf Anfrage der Berliner Zeitung mit, sei die Insolvenz des österreichischen Baukonzerns Alpine. Dessen deutscher Ableger war von Redevco als Generalunternehmer eingesetzt worden.

Nach dem Konkurs in Salzburg war vorige Woche auch über die Alpine Bau Deutschland AG ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. 1500 Mitarbeiter müssen nun um ihre Jobs bangen. Wie es jetzt mit „Alea 101“ weitergeht, steht noch nicht fest. Man suche nach einer neuen Baufirma, hieß es in Düsseldorf. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung und sind zuversichtlich, die Bauarbeiten so schnell wie möglich weiterführen zu können“, teilte Projektleiter Matthias Etzel, Development Manager bei der Redevco Services GmbH, mit.

Bedeutungsvoller Name

Für das 30 Meter hohe Gebäude war Ende November vergangenen Jahres der Grundstein gelegt worden. Auf vier Geschossen soll es dort Läden geben, 90 Prozent der Flächen sind nach Angaben des Bauherren bereits vermietet, unter anderem an die Schuhkette Aktivschuh, den Geschenkartikelhändler Medea, den Textilfilialisten Olymp & Hades, an die Textilkette TK Maxx sowie an Gastronomen. Außerdem sind Büros (270 bis 1900 Quadratmeter) sowie Wohnungen geplant, die zwischen 67 und 190 Quadratmeter groß sein sollen.

Der Name „Alea 101“ ist ein Kunstname. Alea steht dabei nicht etwa für den nahen Alexanderplatz, wie es das Shopping-Center Alexa für sich wählte, sondern Alea heißt auf lateinisch Würfel. Und die Ziffer 101 soll daran erinnern, dass am selben Ort vor 101 Jahren das erste Kaufhaus der Familie Brenninkmeijer (C & A) in Deutschland öffnete. Das alte Kaufhaus wurde in den 1950er-Jahren abgerissen, und die Familie lässt von ihrem Unternehmen Redevco nun genau dort den neuen Gebäudewürfel errichten. Offen ist derzeit nur, welches Bauunternehmen dies übernimmt und wann das Haus fertig sein soll.