BossHoss-Sänger Alec Völkel: „Zu Berlin gibt es keine Alternative“

In unserer Fragebogen-Rubrik blicken bekannte Berlinerinnen und Berliner auf ihre Stadt. Heute mit BossHoss-Sänger Alec Völkel.

Alec „Boss Burns“ Völkel ist im Herzen Prenzlberger. Die neue BossHoss-Single stellten er und seine Bandkollegen allerdings kürzlich in einer Probehalle in Wilhelmsruh vor.
Alec „Boss Burns“ Völkel ist im Herzen Prenzlberger. Die neue BossHoss-Single stellten er und seine Bandkollegen allerdings kürzlich in einer Probehalle in Wilhelmsruh vor.dpa/Soeren Stache

Berlin hat rund 3,7 Millionen Einwohner, sie sind so verschieden wie die Stadt selbst. Was also macht Berlin aus, wieso lebt man hier – und tut man es überhaupt gern? In unserer Rubrik „Fragebogen Berlin“ fragen wir bekannte Hauptstädterinnen und Hauptstädter nach ihren Lieblingsorten und ihren persönlichen No-go-Areas. Sie verraten ihre Gastro-Geheimtipps, Shopping-Favoriten und Kiezgeheimnisse. Aber auch, was sie an Berlin nervt und was man hier auf keinen Fall tun sollte.

Diesmal hat Alec Völkel alias Boss Burns von der Berliner Band The BossHoss unsere Fragen beantwortet. Der 50-Jährige ist mit seinen Musikerkollegen gerade auf Sommer-Open-Air-Tour in ganz Deutschland unterwegs. Mitte Juli erscheint auch die neue Single der siebenköpfigen Band, die 2005 ihren Durchbruch mit Interpretationen von Popsongs im Country-Stil feierte – ein Jahr, nachdem Völkel sie zusammen mit Sascha Vollmer in seiner Heimatstadt gegründet hatte.

1.          Herr Völkel, seit wann sind Sie schon in der Stadt?

Ich bin ein echter Berliner. Geboren bin ich in Prenzlauer Berg, wo ich auch heute noch wohne.

2.         Welcher ist Ihr Lieblingsort in Berlin?

Der Mauerpark, weil der unmittelbar in der Ecke ist, in der ich lebe und ich da sehr viel Zeit mit meinen Kindern verbringe. Die nahezu festivalartige Atmosphäre im Mauerpark, gerade im Sommer und an den Wochenenden, finde ich großartig. Das muss man natürlich auch mögen, aber mir gefällt's.

3.          Wo zieht es Sie hin, wenn Sie entspannen wollen?

Definitiv nach Hause auf meine Terrasse, denn da gibt es den besten Sonnenuntergang der Stadt.

4.          Welche Ecken der Stadt meiden Sie?

Die Weltreise zum Berliner Flughafen, die würde ich gerne vermeiden – aber das lässt sich ja leider nicht umsetzen.

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Pascal Buenning
Zur Person
Alec Völkel kam 1972 in Berlin zur Welt. Er arbeitete als Grafikdesigner und Kreativdirektor für verschiedene Marken, bevor er im Jahr 2004 gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Sascha Vollmer (Foto rechts) die Band The BossHoss gründete. Ihren ersten Auftritt hatte die Gruppe im Bassy Cowboy Club in der Schönhauser Allee, danach spielte sie zunächst bei privaten Feiern und in kleinen Berliner Clubs.

Ende 2004 unterzeichneten BossHoss bei Universal ihren ersten Major-Plattenvertrag. Ihre Alben erreichten in Deutschland mehrfach Gold-Status, die Live-Auftritte in Unterhemden, weißen Stetsons, Westernstiefeln und Sonnenbrillen werden von den Fans stets ausgelassen gefeiert. Völkel und Vollmer sind auch als Juroren bei Casting-Shows wie „The Voice of Germany“ in Erscheinung getreten. Am 15. Juli erscheint ihr neuer BossHoss-Song „Dance The Boogie“.

5.           Ihr ultimativer Gastro-Geheimtipp?

Ein Geheimtipp ist es nicht, aber ich mag den Prater an der Kastanienallee in Prenzlauer Berg total. Ein super Biergarten und ein Top-Restaurant ohne Chichi, mit Berliner Hausmannskost und Mega-Atmosphäre. I like that.

6.           Ihr ultimativer Shopping-Geheimtipp?

Das ist ein kleiner feiner Laden namens Soul Objects, ein Concept Store für Männer-Accessoires in der Prenzlauer Allee. Dort gibt es wunderbare, handverlesene Dinge aus aller Welt, mit Liebe ausgesucht. Schöne Sachen, die das Männerherz erfreuen.

Längst kein Geheimtipp mehr, dennoch rasend beliebt: der Prater Biergarten in Prenzlauer Berg.
Längst kein Geheimtipp mehr, dennoch rasend beliebt: der Prater Biergarten in Prenzlauer Berg.Imago

7.           Der beste Stadtteil Berlins ist …

Die Frage erübrigt sich natürlich, logischerweise ist das der Prenzlauer Berg. Meine Hood, mein Kiez, hier bin ich geboren und hier werde ich mich auch begraben lassen. Mein Herz schlägt im Prenzlauer Berg.

8.           Das nervt mich am meisten an der Stadt:

Der unorganisierte Wahnsinn an allen Ecken: Verkehrschaos, Politikchaos, Flughafenchaos ... Und „Arm, aber sexy“ nervt langsam auch, weil das dann alles irgendwann nicht mehr sexy ist.

9.           Was muss sich dringend ändern, damit Berlin lebenswert bleibt?

Eben das, was ich gerade angesprochen habe. Es braucht eine Struktur und eine Politik in Berlin, die sich wirklich um die Bedürfnisse der Stadt und ihrer Bürger kümmert – und sich nicht immer nur um sich selbst dreht.

10.         Ihr Tipp an Unentschlossene: Nach Berlin ziehen oder es lieber bleiben lassen?

Wenn man eine Wohnung findet, dann würde ich's wagen. Ist aber schwierig, glaube ich.

11.         Cooler als Berlin ist nur noch …

In Deutschland gibt es definitiv keine Alternative zu Berlin, dann muss man schon nach New York.