Alexander Georgiew, dieser Wahlberliner aus Sofia, konnte nicht nur exzellent malen, er war auch ein begnadeter Unterhalter und Anreger. Wer wüsste das besser, als seine einstigen Studenten an der Hochschule für Wirtschaft und Technik Karlshorst, wo er bis 1997 als Kunstprofessor lehrte.

Niemand hätte für möglich gehalten, dass diesen starken Mann mit der imposanten grauen Mähne, der aussah, als entstamme er einem bulgarischen Fürstengeschlecht, eine unheilbare Krankheit in wenigen Monaten auslöschen würde. Georgiew starb am 11. Juli in seinem Haus in Hohenschönhausen.

Tiefrote Sonnen über Ackerfurchen

Er war 72 Jahre alt; er hinterlässt seine Frau Regina Georgiew, eine bekannte Modedesignerin – und viele wunderbare Bilder: Tiefrote Sonnen über grauschwarzen Ackerfurchen, magische Horizonte, Sonnenblumenfelder in sengender Glut, unter kaltblauschwarzen Abendhimmeln oder von Wasser umschlossen.

Georgiew, der 1968 aus Bulgarien nach Berlin kam, hier an der Kunsthochschule Weißensee studierte, war kein Landschaftsmaler im traditionellen Sinne. Weder war seine Bildsprache romantisch noch expressiv. Am ehesten passt wohl: Er malte herb-poetisch, seine Bilder bleiben als scheinschöne, bedrängende Tagträume. Und als leise Mahnungen, der Mensch möge sorgsam umgehen mit der ihm anvertrauten einmaligen Natur.

Ein orthodoxer Trauergottesdienst findet am 20. Juli, 12 Uhr, statt: St.-Hedwigs-Friedhof, Konrad-Wolf-Str. 30-32.