Ein 23-Jähriger ist am Berliner Alexanderplatz angegriffen und schwer verletzt worden. „Er geriet am Montagabend zunächst mit einem anderen Mann in Streit, dann wurde er aus einer Gruppe heraus attackiert“, sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstagmorgen. Der 23-Jährige erhielt einen Kopfstoß, bei dem er mehrere Zähne verlor. „Außerdem wurde er mit Messerstichen am Rücken oberflächlich verletzt“, sagte der Sprecher. Das Opfer wurde in ein Krankenhaus gebracht. Von den Tätern fehlte zunächst jede Spur. 

Fast täglich Angriffe auf dem Alexanderplatz

In der vergangenen Woche hatte es fast täglich Angriffe und verletzte Menschen bei Messerattacken auf dem Alexanderplatz gegeben. Die Täter waren fast immer junge Männer oder männliche Jugendliche. 

Am vergangenen Dienstag wurde ein 14-Jähriger im S-Bahnhof aus einer vierköpfigen Gruppe heraus beschimpft und mit einem Messer attackiert. Einer der Täter stach den Jugendlichen in den linken Arm. Die Polizei nahm später zwei 18-Jährige und einen 15-Jährigen fest. Am Donnerstagnachmittag stritten sich auf dem Alexanderplatz ein 24-Jähriger und ein zwei Jahre jüngerer Mann. Der 24-Jährige stach mehrfach auf den anderen ein. Die Polizei nahm auch ihn fest.

Polizei reagiert auf ausufernde Kriminalität auf dem Alex

Als Reaktion auf die ausufernde Kriminalität hat das Land Berlin damit begonnen, am Alexanderplatz eine Polizeiwache zu bauen. Sie soll ab Dezember rund um die Uhr mit drei Beamten besetzt sein. Auch will die Polizei dort verstärkt Kameras einsetzen – allerdings nicht stationär und dauerhaft, sondern mobil und anlassbezogen. 

Die Rufe nach einer Ausweitung der Videoüberwachung werden unterdessen lauter. Erst am Wochenende warb Ex-Justizsenator Thomas Heilmann erneut für ein Volksbegehren für mehr Videoüberwachung. Hilfe bekommt er dabei von Tina K., der Schwester des vor fünf Jahren auf dem Alexanderplatz totgeprügelten Jonny K. „Der Alexanderplatz ist ein dunkler, gewaltbereiter Ort. Es kann nicht sein, dass sich hier am Tag Jugendliche abstechen“, so Tina K. „Ich bin davon überzeugt, dass es möglich ist, Straftaten mit Videoüberwachung zu verhindern.“ (BLZ/dpa)