Bei einem schweren Unfall in der Grunerstraße, nahe der Rathauspassagen in Mitte ist am Montagmittag gegen 13.10 Uhr eine 21-jährige Frau ums Leben gekommen. Zwei beteiligte Polizisten blieben körperlich unversehrt, erlitten jedoch einen schweren Schock und mussten in einem Krankenhaus behandelt werden. Einer konnte das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Ein Streifenwagen des Abschnitts 32 in der Keibelstraße war auf dem Weg zum Leipziger Platz. Ein Ladeninhaber hatte sich per Notruf gemeldet und einen Raubüberfall angezeigt. Daraufhin fuhr die Streife los. Sie war mit Blaulicht sowie Martinshorn unterwegs. Das sei in solchen Fällen üblich, hieß es.

Der Streifenwagen fuhr zunächst durch den Alextunnel auf der linken Spur Richtung Leipziger Straße. Etwa 80 Meter hinter der Tunnelausfahrt prallte der Opel gegen die Fahrerseite eines Renault Clio. Die Renault-Fahrerin, deren Identität die Polizei nicht mitteilte, überlebte trotz Airbags den Aufprall nicht. Sie starb noch am Unfallort.

Zeugen äußern sich widersprüchlich

Zur Unfallursache äußerten sich Zeugen widersprüchlich. Einerseits hieß es, dass die Fahrerin in der selben Fahrtrichtung auf der Mittelspur unterwegs war und nach links auf den Parkstreifen in der Mitte der Straße wechselte. Dabei habe sie den Funkwagen übersehen und überhört.

Andere Zeugen wollen gesehen haben, dass die Frau das Auto vom Parkstreifen aus rückwärts ausparkte und dabei von dem heranrasenden Polizeiauto erfasst wurde. Wegen des Schocks konnten die Beamten zum Unfallhergang zunächst nicht befragt werden, sagte ein Sprecher.

Bis zum Nachmittag vermaßen Techniker des Landeskriminalamtes die Unfallstelle mit einem 360-Grad-Scanner. Außerdem wurde eine Drohne zum Fotografieren eingesetzt. Die Sperrung der Grunerstraße Richtung Leipziger Straße dauerte mehrere Stunden bis zum Nachmittag. Einige Wrackteile wurden noch am Nikolaiviertel gefunden.