Berlin - Zwei Minderjährige sollen am Sonnabendnachmittag gegen 17.45 Uhr auf dem Weihnachtsmarkt am Alexa in Berlin-Mitte eine Jugendliche sexuell belästigt haben. Wie die Polizei mitteilte, stehen die beiden Jungen in Verdacht, das Mädchen an die Schulter, an den Rücken und an den Po gefasst zu haben.

Als der Vater der Jugendlichen dies bemerkte, soll er den beiden nachgelaufen und sie festgehalten haben. Zeugenaussagen zufolge sei es dann im weiteren Verlauf zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Mann und dem belästigten Mädchen auf der einen Seite sowie den Begleiterinnen der beiden Jungen auf der anderen Seite gekommen. Anschließend soll der Vater der Jugendlichen einem der Jungs ins Gesicht geschlagen haben.

Gegen die beiden minderjährigen Jungen wurden Strafverfahren wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage und gegen ihre beiden Begleiterinnen wegen Beleidigung eingeleitet. Der Vater der belästigen Jugendlichen sieht einem Verfahren wegen Körperverletzung entgegen, seine Tochter einem wegen Beleidigung. Die Ermittlungen dauern laut Polizei an.

Kriminalitätsschwerpunkt Alexanderplatz

Bereits  Ende November hatte es einen ähnlichen Vorfall auf dem Weihnachtsmarkt am Alexa gegeben. Dabei soll ein 26-Jähriger einer 19-Jährigen an den Po gefasst haben. Anschließend flüchtete der Mann zu Fuß, wurde jedoch schließlich von der Polizei festgenommen.

Allerdings nicht nur in der Vorweihnachtszeit sind der Alexanderplatz und seine Umgebung Kriminalitätsschwerpunkte, sondern zu allen Jahreszeiten – beispielsweise an den Wochenenden, wenn das Partyvolk sich vor der Alex-Oase trifft und Touristen durch die Rathauspassage ziehen. Erst Anfang Dezember hatte ein Unbekannter einen 16-Jährigen mit Pfefferspray attackiert und ihm anschließend mit einem scharfen Gegenstand in den Rücken gestochen.

Mitte November hatten am Alexanderplatz irakische und syrische Flüchtlinge mit Messern aufeinander eingestochen, im September gerieten dort junge Männer in einen blutigen Streit um eine Frau.  Des Weiteren kommt es immer wieder zu Taschendiebstählen und Betrügereien durch vermeintliche Spendensammler. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei im Bereich des Alexanderplatzes 481 Körperverletzungen, 85 Delikte wie Nötigung, Freiheitsberaubung und Bedrohung sowie 51 Raubtaten. Im Vergleich zum Vorjahr gab es mehr Prügeleien und weniger Raube. Die Zahl der Taschendiebstähle stieg um über 54 Prozent auf 1580 Fälle.

Mittlerweile haben SPD, Linke und Grüne nun in ihrem Koalitionsvertrag eine feste Polizeiwache für den Alex festgeschrieben, in der Beamte der Landes- und Bundespolizei sowie Mitarbeiter des Ordnungsamtes ihren Dienst versehen. Nach dem Vorbild der Davidwache an der Hamburger Reeperbahn soll die Alexwache 24 Stunden besetzt sein. (kmi)