Berlin - Sauberer, sicherer, attraktiver – so soll sich der Alexanderplatz in Zukunft den Berlinern und den Touristen präsentieren. Dieses Ziel hat sich eine Initiative von Anrainern sowie Unternehmern mit dem Bezirk Mitte und der Polizei gesetzt. Sie haben sich am Freitag zu einem Alex-Bündnis zusammengeschlossen und eine Vereinbarung unterzeichnet. Schwerpunkte sind die Müllbeseitigung, die Sicherheit und das Nebeneinander der verschiedenen Nutzergruppen. Festgeschrieben in der Vereinbarung ist zudem, dass in diesem Jahr für Ortsfremde ein neues Orientierungssystem installiert werden soll.

Mittes Bürgermeister Christian Hanke (SPD) sagt, der Alexanderplatz zähle zu den bedeutendsten Plätzen der Stadt und sei mit mehr als 300 000 Besuchern täglich auch einer der belebtesten. Mit dem Vertrag habe man erstmals Ziele definiert, die man nun gemeinsam erreichen wolle. Zu dem Bündnis gehören mehr als ein Dutzend Partner. Sie kümmern sich um den Alexanderplatz am Brunnen der Völkerfreundschaft, aber auch um das Gebiet am Fernsehturm und die Grünflächen bis zur Spandauer Straße.

Anwohner von Lärm gestört

Vor allem dort gibt es immer wieder Konflikte. Anwohner des Wohnblocks an der Rathausstraße hatten sich schon vor fünf Jahren über Saufgelage von Jugendlichen beschwert, über Verwahrlosung, Müll, zersplitterte Glasflaschen und Pöbeleien. Der Bezirk erließ ein Alkoholverbot für die Grünanlage, das aber nur mäßigen Erfolg brachte. Derzeit lässt er die Flächen am Fernsehturm für fünf Millionen Euro neu gestalten. Erste Bereiche mit hellen Bodenplatten und neuen Holzbänken sind fertiggestellt.

Das sieht Anwohner Rolf Schulz vom Mieterbeirat Rathausstraße positiv, auch dass die Trinkgelage vor allem an Freitagabenden durch Einsätze von Polizei und Ordnungsamt begrenzt werden konnten. Trafen sich anfangs bis zu 500 Jugendliche zum Partymachen, sind es derzeit nur noch etwa 50, die sich entweder nahe der Marienkirche oder inzwischen in der Rathausstraße aufhalten. Weiterhin stört die Anwohner allerdings der Lärm, der auch von Touristen verursacht wird.

Nach Einschätzung der Polizei ist der Alexanderplatz kein Gebiet, das durch eine hohe Kriminalitätsrate auffällig ist. 2011 wurden dort vor allem Taschendiebstähle registriert, dazu 60 Raubdelikte und ebenso viele Körperverletzungen. Das seien „verschwindend geringe Zahlen“, sagt Michael Krömer, Leiter der Polizeidirektion 3. Probleme seien aber weiterhin exzessiver Alkoholkonsum und Urinieren in der Öffentlichkeit. „Durch unsere Präsenz versuchen wir die Ordnung so herzustellen, dass sich alle Menschen hier wohlfühlen“, sagt Krömer.

Touristen sollen sich besser zurechtfinden

Und dazu gehören auch die Jugendlichen. Um die kümmern sich sowohl die Platzmanager vom Moabiter Ratschlag als auch Sozialarbeiter von Gangway. Sie legen Regeln fest, etwa dass nach 22 Uhr nicht mehr Streetball gespielt wird. Sie organisieren Projekte, bei denen Jugendliche an Wochenenden helfen, die Grünanlagen sauber zu machen. „Wenn die Jugendlichen sehen, sie werden akzeptiert, dann halten sie sich an die Regeln“, sagt Katharina Homann vom Moabiter Ratschlag. Der Alex sei bunt, Gothics und Streetdance seien eine Bereicherung für den Platz.

Stefanie Peitzmeier vom Projekt Service in the City beim Senat will in diesem Jahr erreichen, dass sich Touristen am Alex besser zurechtfinden. Bis Ende Januar wird untersucht, welche Mängel das Areal hat, welche Wegweiser zu Haltestellen fehlen und wie alltagstauglich der Platz ist. So fehlt am Fernsehturm seit Jahren auch eine öffentliche Toilette. Die soll nun nahe der Marienkirche aufgestellt werden. „Dreieinhalb Jahre hat das gedauert, so etwas muss künftig schneller geklärt werden“, sagt Anwohner Schulz.