Etwa 300.000 Menschen überqueren jeden Tag den Alexanderplatz. Vor allem abends und nachts fühlen sich hier jedoch viele unsicher. Darauf will der Senat jetzt reagieren: Bis Herbst soll der Alexanderplatz eine neue Polizeiwache erhalten, die rund um die Uhr besetzt ist.

Die sogenannte Alexwache soll auf dem Platz neben dem Berolinahaus zwischen der Citytoilette und der Weltzeituhr errichtet werden.

In dem etwa 70 Quadratmeter großen Pavillon sollen an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr pro Schicht drei Beamte der Landespolizei  ihren Dienst versehen. Jeweils einen weiteren zeitweise besetzten Arbeitsplatz gibt es für die Bundespolizei und das Ordnungsamt. 20 Beamte will die Landespolizei insgesamt dafür abstellen. Die Polizisten sollen nicht von der Straße abgezogen werden, sondern zusätzlich hinzu kommen.

Kosten belaufen sich auf einen "sechsstelligen Betrag"

„Der Alex ist zumindest abends und in der Nacht ein Ort, an dem das subjektive Sicherheitsgefühl beeinträchtigt ist. Und er ist ein Kriminalitätsschwerpunkt“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag bei einer Besichtigung vor Ort. „Wir müssen Präsenz im öffentlichen Raum zeigen.“ Der Leiter des örtlichen Polizeiabschnitts 32, René Behrendt, ergänzte:  „Wir wollen offen für die Bürger sein. In der neuen Wache kann man auch Strafanzeigen aufgeben.“

Die Kosten für die gemeinsame Wache belaufen sich laut Geisel auf einen „sechsstelligen Betrag“. Seine Verwaltung hat  zehn Standorte rund um den Alexanderplatz geprüft und eine Präsenz direkt auf dem Platz für das Beste befunden. Nächste Woche soll eine entsprechende Vereinbarung mit der Bundespolizei und dem Bezirksamt Mitte geschlossen und dann der Bauantrag gestellt werden. Die Ausführung soll die landeseigene Berliner Immobilien Management GmbH übernehmen.

Der Neubau soll architektonisch dem von dem Architekten Peter Behrens errichteten Berolina- und Alexanderhaus angepasst werden. „Wir haben das Ziel, im Herbst dieses Jahres die Wache zu eröffnen“, verkündete Geisel.

Stadtplanungsamt will lieber die Rathauspassagen

Angesichts der Erfahrungen, die es in Berlin mit anderen Bauprojekten gibt,  die sich immer wieder verzögern, sagte der Senator: „Wir gehen davon aus, dass dieser Standort genehmigungsfähig ist.“ Allerdings müsse das Stadtplanungsamt des Bezirks noch überzeugt werden. Dieses will die Polizeiwache lieber in den nahe gelegenen Rathauspassagen in der ersten Etage unterbringen. Das wäre nach Ansicht der Polizei allerdings zu weitab vom Geschehen.

Die gemeinsame Wache mit Bundespolizei und Ordnungsamt haben die Regierungsparteien in ihrem aktuellen Koalitionsvertrag festgeschrieben. Eine solche Wache gibt es bereits in Hamburg.

Um den Alex sicherer zu machen will die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung außerdem ein sogenanntes Platzmanagement für das Areal etablieren. Anrainer wie die Sparkasse und die Kaufhäuser sollen zusammengebracht werden, um sich über städtebauliche Kriminalprävention Gedanken zu machen, den Alexanderplatz baulich und gestalterisch in einen angenehmeren Ort zu verwandeln. Unter anderem soll die S-Bahn Unterführung mehr Licht erhalten.