Im Mittelpunkt der Rosinenbomber: So könnte sich das Alliiertenmuseum nach einem Umzug in den Hangar 7 des Flughafen Tempelhof präsentieren.
Simulation: Alliiertenmuseum

BerlinDer geplante Umzug des Alliiertenmuseums von Dahlem zum Flughafen Tempelhof entwickelt sich immer mehr zu einer Hängepartie. Der Vertrag für die Nutzung von Hangar 7 durch das Museum liegt zwar „unterschriftsreif“ vor, doch steht „eine Rückmeldung“ des Bundes dazu noch aus. Das geht aus der Antwort von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher auf eine Anfrage von FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja hervor. Damit ist weiter unklar, wann das Museum nach Tempelhof zieht.

Der Bund hatte zwar im November 2015 rund 27 Millionen Euro für den Umzug von Dahlem nach Tempelhof zugesagt. Doch inzwischen ist klar, dass der Wechsel zum neuen Standort für diesen Preis nicht zu haben ist. Der Umzug wird teurer. Wie teuer genau, ist offen. Zuletzt hieß es dazu nur, es werde noch gerechnet.

Sanierungskosten rund zehn Millionen Euro

Senatsbaudirektorin Lüscher beziffert jetzt die Kosten für eine Sanierung von Hangar 7 mit schätzungsweise rund zehn Millionen Euro. Der stillgelegte Airport gehört dem Land Berlin. Die Kosten für eine Sanierung müssen deswegen vom Land getragen werden – sie fallen laut Lüscher aber in jedem Fall an, sind also unabhängig davon, ob das Alliiertenmuseum in den Hangar 7 einzieht.

„Es zeigt sich, dass für die Realisierung des Alliiertenmuseums in Hangar 7 zirka zehn Millionen Euro fällig werden“, sagt FDP-Fraktionschef Czaja. „Jedoch wäre es aus Sicht der FDP von Vorteil, zu wissen, was eine komplette Sanierung der Flughafengebäude in Tempelhof kosten würde.“ Wie teuer die gesamte Sanierung des stillgelegten Airports wird, ist offen. „Der Gesamtsanierungsbedarf wird derzeit geprüft“, so Lüscher.

Es zeichne sich jedoch ab, „dass sämtliche Gebäudeteile sowie die technische Infrastruktur auf dem Gelände erneuert werden“ müssen. Bis zum Ende des Jahres will die Tempelhof Projekt GmbH, die für den Flughafen zuständig ist, zunächst ein „Maßnahmenpaket“ zu einer abschnittsweisen Sanierung erarbeiten – Vorrang sollen dabei die von der Polizei genutzten Flächen haben. Laut Lüscher wird die Sanierung und die „Herstellung der Betriebs- und Verkehrssicherheit“ des riesigen Gebäudes einen „Zeitrahmen von zirka 15 Jahren in Anspruch nehmen“.

Zusage des Bundes für Umzug des Aliiertenmuseums

Berlin baut auf die Zusage des Bundes, dass das Alliiertenmuseum nach Tempelhof zieht. Ein Alternativkonzept gebe es derzeit nicht, so Lüscher. Das Alliiertenmuseum passt nach Angaben der Senatsbaudirektorin gut zu den geplanten Projekten in Tempelhof. So zu der begehbaren Geschichtsgalerie auf dem Dach und der Sanierung des ehemaligen Towers. Das Museum wäre „Ankermieter mit einer zentralen Rolle bei der kulturellen Erschließung des Flughafens Tempelhof“, betont Lüscher.

Das 1998 eingeweihte Alliiertenmuseum erinnert an die Präsenz der Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich in Berlin. An die Leistungen der Sowjets, vierter Alliierter im Kampf gegen Nazi-Deutschland, wird im Deutsch-Russischen Museum in Karlshorst erinnert. Aktueller Sitz des Alliiertenmuseums ist das ehemalige US-Kino Outpost an der Clayallee.

In Dahlem kommen jährlich rund 70.000 Besucher in das Museum. In Tempelhof versprechen sich die Museumsmacher eine Steigerung auf bis zu 360.000 Besucher jährlich. Auf einer Fläche von rund 7000 Quadratmetern sollen unter anderem der Rosinenbomber, ein Hubschrauber und Reste eines Spionagetunnels präsentiert werden.