Neuköllns Bildungs- und Sportstadtrat Jan-Christopher Rämer (SPD) hatte im März dieses Jahres in einer Präventionsveranstaltung der Helmholtz-Schule vor den Gefahren des Alkohols gerade im Straßenverkehr gewarnt. Ein anderes Mal, im Mai dieses Jahres, stellte er Uli Borowka, den früheren Fußballnationalspieler und bekennenden trockenen Alkoholiker, als Schirmherren des Präventionsprojekts „Junger Fußball“ vor. Jetzt hat Rämer selbst Erfahrung mit Alkohol gemacht.

In der Nacht zu Dienstag um kurz nach 4 Uhr wurde er betrunken erwischt. Jetzt muss er um seinen Job bangen.

1,4 Promille Alkohol

Eine Streife des polizeilichen Zentralen Objektschutzes in der Leinestraße in Neukölln hatte ein in der zweiten Reihe stehendes Auto entdeckt. Motor und Radio liefen, die Beleuchtung war eingeschaltet. Am Steuer saß der 36 Jahre alte Bezirkspolitiker. Er schlief. Die Objektschützer alarmierten die Polizei. Die Besatzung eines Funkwagens weckte den Mann, ließ sich die Papiere geben.

Das Pusten ergab, dass der Fahrer 1,4 Promille Alkohol im Atem hatte. Probleme gibt es bereits bei 0,5 Promille. Daraufhin wurde Rämer, wie in solchen Fällen üblich, in eine Gefangenensammelstelle gebracht. Ein Arzt nahm Blut ab, um den exakten Alkoholwert festzustellen. Das Ergebnis wurde am Donnerstag nicht bekannt.

Konsequenzen des Vorfalls

Rämer muss mit einem Strafverfahren wegen Führens eines Fahrzeuges im Verkehr mit absoluter Fahrunsicherheit infolge Genusses alkoholischer Getränke rechnen. Seinen Führerschein ist der Politiker erst einmal los. Es erwartet ihn der sogenannte Idiotentest.

Rämer war am Donnerstag nicht zu erreichen, er ist aktuell krank geschrieben. Wie Bezirksamtssprecherin Susanne Wein bestätigte, sei Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) über den Vorfall informiert worden. „Es gibt derzeit Gespräche, welche Konsequenzen der Vorgang nach sich zieht“, sagt Giffey.

Jan-Christopher Rämer folgte Giffey als Stadtrat für Bildung und Sport in Neukölln, nachdem diese zur Bezirksbürgermeisterin aufgestiegen war. Rämer, in seiner Jugend als Eishockeyspieler aktiv, gilt als eine der Nachwuchshoffnungen der Neuköllner SPD.