Berlin - Insgesamt 878 Kinder wurden im Jahr 2011 von unter 20-jährigen Frauen geboren. Knapp die Hälfte von ihnen stammen aus Marzahn-Hellersdorf, Neukölln und Mitte. Die hohe Zahl von Teenagerschwangerschaften und die zunehmend riskanten Trinkgewohnheiten von Jugendlichen waren Anlass für die Kampagne „Blau im Bauch“, mit der die Gesundheitsverwaltung das Bewusstsein für die Gefahr durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft schärfen möchte.

Am Donnerstag stellte Gesundheitsstaatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner die Aufklärungskampagne vor. Sie richtet sich an Mädchen und Jungen im Alter von 13 bis 21 Jahren und ist Teil des Projekts Wigwam Zero des Suchthilfe-Verbunds Vista. Ein fünfminütiger Animationsfilm erläutert die einzelnen Stufen bis zur Geburt eines Kindes mit dem Fetalen Alkoholsyndrom (FASD).

Jährlich werden in Deutschland 4000 Babys mit (FASD) geboren. FASD bezeichnet eine Behinderung, die entsteht, wenn eine werdende Mutter in der Schwangerschaft Alkohol trinkt. Sie ist nicht mehr rückgängig zu machen. „Was wir vermeiden wollten, war, einen Film mit erhobenem Zeigefinger zu machen“, sagt Projektkoordinatorin Daniela Dreißig. Das Video wird ergänzt durch eine Broschüre für Pädagogen mit Tipps zu Arbeitsmethoden.

„Das erste Echo war sehr positiv“, berichtete Lehrerin Kerstin Hasse. Sie hat mit ihrer neunten Klasse an der Caspar-David-Friedrich-Sekundarschule in Marzahn das Thema behandelt. Die Schule ist eine von acht im Bezirk, an der das Präventionsprojekt seit Schuljahresbeginn läuft. (xlm.)