Im Landgericht Potsdam läuft der Prozess gegen einen Mann, der versucht haben soll, seine Partnerin mit mehreren Messerstichen im Schlaf zu ermorden.
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PotsdamIm Prozess gegen einen 37-Jährigen wegen eines Mordversuchs an seiner Ex-Partnerin hat eine Rettungssanitäterin vor Gericht das dramatische Bild in einem Einfamilienhaus in Brandenburg/Havel geschildert. „Im Schlafzimmer war alles voller Blut - im Bett, auf dem Boden, an den Wänden“, berichtete die Sanitäterin am Montag teils unter Tränen. Es habe eine fast unheimliche Stille geherrscht. Der 37-Jährige und die schwer verletzte Frau hätten ruhig auf dem Rücken im Bett gelegen. «Im ersten Moment dachte ich: „Mein Gott, lebt davon noch jemand?““

Im Prozess gegen hat auch ein ermittelnder Kommissar die erste Vernehmung des Angeklagten nach der Bluttat geschildert. „Er sagte, dass er nachts aus einem Albtraum aufgewacht sei, in dem er geträumt habe, dass seine Frau ihm seine Kinder wegnehmen wolle“, berichtete der Zeuge am Montag vor dem Landgericht Potsdam. Danach, so habe es der 37-Jährige erklärt, sei er in die Küche und „wahrscheinlich“ mit einem Messer ins Schlafzimmer gegangen. Am Vorabend habe die Frau dem Angeklagten erklärt, dass sie sich von ihm trennen wolle. Das Paar hat eine gemeinsame Tochter und einen kleinen Sohn. 

Der 37-Jährige hatte am ersten Prozesstag am Landgericht Potsdam gestanden, dass er in der Nacht zum 10. April nacheinander mit drei Messern auf seine schlafende Partnerin eingestochen hatte. Die 33-Jährige sollte am Montag ebenfalls als Zeugin aussagen. Vor der Tat hatte sie ihrem Partner erklärt, dass sie sich von ihm trennen wolle. Nachdem die neunjährige Tochter eingeschritten war und die Polizei alarmiert hatte, konnte die schwer verletzte Frau mit mehrstündigen Operationen gerettet werden.

Vor Kurzem sind Zahlen zu den Tötungen von Frauen - sogenannten Femiziden - in Deutschland bekannt geworden. 122 Frauen wurden 2018 von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Die Dunkelziffer sei weitaus höher.