Streetart: Wandbild in Berlin feiert deutsch-ukrainische Freundschaft

Der neue Botschafter und Melnyk-Nachfolger Oleksij Makejew war bei der Enthüllung in Alt-Treptow dabei.

Internationale Zusammenarbeit: Der Berliner Künstler und Illustrator Dennis Schuster (l.) und der ukrainische Künstler Andriy Kalkov haben zusammen das Wandgemälde hinter ihnen gefertigt.
Internationale Zusammenarbeit: Der Berliner Künstler und Illustrator Dennis Schuster (l.) und der ukrainische Künstler Andriy Kalkov haben zusammen das Wandgemälde hinter ihnen gefertigt.Sabine Gudath

Vor dem braunen Mauerwerk und den grauen Kopfsteinpflastern von Alt-Treptow bilden die vielen Farben einen auffälligen Kontrast. Genau das ist das Konzept hinter dem neuen Wandgemälde „Flower of Democracy“ (Blume der Demokratie), das am Sonntag an der Fassade des internationalen Kunstraums Hotel Continental in der Elsenstraße enthüllt wurde. Es ist der zweite Teil des Projekts „The Wall“, das in fünf europäischen Städten durchgeführt wird. Es soll auch die demokratischen Werte hervorheben, die die Ukraine mit Europa teil.

Ganz passend zu dieser Idee ist das Wandgemälde – eine verpixelte Blume vor einem futuristischen Hintergrund wie aus einem Tetris-Spiel. Es entstand aus der Zusammenarbeit zwischen Andriy Kalkov, einem Künstler aus der Stadt Luzk im Nordwesten der Ukraine, und Dennis Schuster, der als Künstler und Illustrator in Berlin arbeitet. Die beiden Künstler haben sechs Tage gebraucht, um die Wand fertig zu malen.

Kalkov sagte bei der Enthüllung, er sei nach der Fertigstellung „sehr müde – aber eben auch sehr glücklich“. „Ich habe das Gefühl, wir sind zu einer kleinen Familie hier geworden“, sagte er. „Dennis, ich bin sehr froh, dass wir zusammen dieses Kunstwerk schaffen konnten.“ Die Künstler konnten sich schnell auf die Themen ihren Werks einigen, erzählte Dennis Schuster – auf den Blättern der Blume sind verschiedene Symbole der Demokratie zu sehen, wie etwa ein Mund für die Redefreiheit und zerbrochene Ketten für die Freiheit.

Organisiert wurde das Projekt durch die Kiewer Ausstellungsagentur Port, gefördert wurde es durch das ukrainische Kulturministerium: Ehrengast bei der Enthüllung war also der neue Botschafter der Ukraine in Deutschland, Oleksij Makejew. Erst seit Mitte Oktober ist er im Amt, aber er sagt, vor dem neuen Gemälde fühle er sich zum ersten Mal in Berlin zu Hause; solche Kunstwerke sind häufig auf den Straßen Kiews zu sehen.

Botschafter Makejew: Vor diesem Werk fühle ich mich wie in Kiew

Auch die doppelte Bedeutung des Projektnamens für Berlin ist ihm nicht entgangen. „Man versteht in dieser Stadt, wie Mauern und Wände uns trennen können“, sagte er. „Aber sie können uns auch schützen. Jene Mauern, die uns vor dem Bösen schützen, können wir nur zusammen aufbauen.“

Noch bis zum 25. Dezember wird das Werk im Hof des Hotel Continental zu sehen sein. Die Leiterin des Hotels, Christine Dissmann, deutete auf die leere Fassade am Eingang zum Hof – und sagte, dort werde künftig ein weiteres Wandgemälde in Zusammenarbeit mit der Port-Agentur erscheinen. Das Projekt werde aber erst in Auftrag gegeben, nachdem die Ukraine den Krieg gewonnen habe.