Am Montagabend prallten in Berlin-Mitte zwei Welten aufeinander: die der vergnügungssüchtigen Party-Gänger und die der Obdachlosen und Armutsflüchtlinge.

Nach Angaben der Polizei wurden etwa 20 Partyteilnehmer in der Ruine an der Köpenicker Straße angegriffen. Die Gruppe im Alter zwischen 15 und 17 Jahren erzählte der Polizei folgende Geschichte: Die jungen Leute feierten in der Ruine, als ihnen plötzlich zwei Männer und zwei Frauen gegenüber standen. Einer der Männer war mit einer Eisenstange bewaffnet. Sie bedrohten die Jugendlichen und drängten sie in Richtung Dach. Dort schlug der Mann mit der Eisenstange auf sie ein. Auch die zwei Frauen und der andere Mann schlugen und traten zu.

Die Partygänger konnten flüchten und die Polizei rufen. Auf dem Gelände trafen Polizisten auf einen 30-Jährigen und zwei 37 und 40 Jahre alte Frauen. Der Mann mit der Eisenstange konnte flüchten und ist noch nicht gefasst. Nach Angaben der Polizei sind die Angreifer bulgarische Staatsbürger, die angaben, dass sie in dem baufälligen Haus wohnten. Die Polizisten nahmen ihre Personalien auf und stellten Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. „Warum sie die Gruppe angegriffen haben, wissen wir noch nicht“, sagte ein Polizeisprecher. Sieben aus der angegriffenen Gruppe erlitten Verletzungen an Kopf, Oberkörper und Beinen. Zwei kamen ins Krankenhaus.

Es war nicht das erste Mal, dass die Polizei mit der Eisfabrik zu tun hatte. Schon mehrfach musste sie einschreiten – wegen Lärm und Gewalt. Etwa 30 Menschen, vornehmlich Obdachlose aus Osteuropa und Bulgarien, campieren dort unter elenden Bedingungen. Der Eigentümer, eine Immobilienfirma aus Bochum, die das Gelände 2008 kaufte, stellte mehrfach Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und verlangte, dass die Polizei räume. Solange der Eigentümer das Gelände nicht sichere, habe Räumen keinen Sinn, hieß es bei der Polizei.

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