Alte Jakobstraße in Berlin-Mitte: Unbekannte zünden Autos an und verteilen Krähenfüße

Randalierer haben am Sonntagmorgen in Berlin-Mitte eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Gegen 1.30 Uhr riefen Anwohner die Polizei in die Alte Jakobstraße. Nach Angaben eines Polizeisprechers waren zwischen Seydel- und Sebastianstraße schwarz bekleidete und vermummte Personen in Kleingruppen unterwegs, die zunächst an den beiden Kreuzungen Barrikaden aus brennenden Autoreifen errichteten. Außerdem verstreuten sie aus Nägeln gefertigte sogenannte Krähenfüße auf der Fahrbahn.

Die Randalierer zündeten vier Autos an und beschädigten Fensterscheiben, darunter die der Niederlassung des Energieversorgers Vattenfall, durch Steinwürfe. Fassaden, etwa die eines Hotels, wurden mit Farbbeuteln beworfen. An einem im Bau befindlichen Haus  zündeten die Täter Baumaterialien an und versuchten, das Baugerüst in Brand zu setzen. Offenbar verschütteten die Randalierer auch Benzin auf dem Gehweg und zündeten es an.

Als die ersten Polizisten eintrafen, waren die Randalierer geflüchtet. Ein Funkwagen wurde bei der Anfahrt zum Tatort  durch die Krähenfüße an den Reifen beschädigt. Die Brände wurden durch die Feuerwehr gelöscht.

Der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt ermittelt jetzt wegen des schweren Landfriedensbruchs.  Er geht davon aus, dass Linksradikale die Taten begangen haben.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) bezeichnete die Gewalttaten  als „verbrecherische Aktionen“, auf die der Rechtsstaat mit allen Mitteln des Gesetzes antworten werde.   „Wir werden weiter intensiv dagegen ankämpfen, daß Chaoten in unserer weltoffenen und toleranten Metropole Angst, Zerstörung und Schrecken verbreiten.“

Demgegenüber warfen die Grünen dem Innensenator am Sonntag vor, kein Konzept zu haben: „Innensenator Henkel hat sein Versprechen aus dem Wahljahr 2011, nächtliche Brandstiftungen in den Griff zu bekommen, nicht gehalten“, erklärte der innenpolitische Sprecher der Partei, Benedikt Lux. „Die Polizei scheint nachts weniger unterwegs zu sein. Seit Anfang des Jahres gab es bereits mehrere solcher Angriffe, ohne dass der Innensenator klar gemacht hat, dass er eine durchdachte Strategie dagegen hat.“ Die Anstrengungen der Sicherheitsbehörden müssten deutlich erhöht werden, um die hinterhältigen Täter zu ergreifen.