Team auf allen Kanälen: Sermin Usta-Konradt, Social Media Managerin, Nihan Uzunoglu, Quality Managerin, und Thomas Maciej, Projektleiter für den Bereich Werbevermarktung. 
Foto: Berliner Zeitung/Paulus Ponizak

BerlinAltes Spiel, neue Regeln – mit diesem Slogan geht die Berliner Zeitung in die Zukunft. Weil nur der, der sich verändert, sich selber treu bleibt. Weil nur der, der voranschreitet, beweglich bleibt. Das bedeutet: altes Spiel – und neue Regeln für die gedruckte Zeitung wie auch für unseren Digital-Auftritt.

Unser neues Layout haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, in den vergangenen zwei Wochen schon kennengelernt: Die Print-Ausgaben unserer Zeitung unter der Woche sind moderner, klarer gestaltet, zugleich haben wir den Umfang der Zeitung wieder erhöht. Neue Regeln, altes Spiel – das ist auch ein Versprechen darauf, dass Bewährtes nicht vergessen wird. Zum Beispiel der Anspruch, Informationen und Unterhaltung auf angemessen vielen Seiten zu präsentieren.

Herzstück unserer Blattreform ist die Wochenendausgabe. „Wir haben versucht, uns außerhalb der klassischen Idee einer Zeitung zu bewegen“, sagt unsere Art Direktorin Stephanie Scholz. Das bedeutet: Die Seiten sind großzügiger gestaltet, magaziniger, die Texte hintergründiger, wir präsentieren Reportagen, Analysen und exklusive Geschichten. Schon beim Blick auf die Titelseite der Zeitung und auf das große B soll sich ein gutes Wochenendgefühl einstellen. Wir hoffen, Ihnen geht es dabei so wie uns. Und wir hoffen auch, dass Sie mit uns noch weiter in die Zukunft gehen wollen, auch im Digitalen. Denn vor allem dort findet sie statt, die mediale Zukunft.

Unsere Zeitung wird von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, immer mehr direkt digital, wo, wann und wie Sie wollen, gelesen – und das ist gut so. Deshalb kommen wir Ihnen entgegen und bieten Ihnen zusätzlich zum Neudesign des Digital-Auftritts ein maßgeschneidertes Angebot für Ihre individuellen Lesewünsche.

Das Layout ist jetzt luftiger, übersichtlicher, lesefreundlicher. Die Navigation auf der Seite ist einfacher, intuitiver, die Bedienung schneller. Zudem ist die digitale Ausgabe der Berliner Zeitung die Basis, um Ihnen zu einem fairen Preis Qualitätsjournalismus aus Berlin zu liefern (Digital-Plus-Leser erhalten zusätzlich das E-Paper). Selbstverständlich können Sie darüber hinaus auch die gedruckte Zeitung beziehen, und zwar ganz nach Ihren Wünschen als Wochenendausgabe oder jeden Tag.

Mit unserem frei zugänglichen Digital-Angebot unterbreiten wir Ihnen wie bisher eine umfangreiche Offerte an Texten, Nachrichten und Hintergrundberichten. Darüber hinaus erhalten Sie im Digital-Abonnement Zugang zu zusätzlichen Premium-Texten und Exklusiv-Geschichten der Berliner Zeitung.

Das alles klingt ganz einfach – in Wahrheit liegen aufregende Wochen mit einigen Nachtschichten, vielen Flip- und Magic Charts sowie leidenschaftlichen Debatten im Management hinter dem Verlag und der Redaktion.

Technisch haben wir fast sämtliche Bereiche des Berliner Verlags modernisiert – insgesamt mehr als 120 Applikationen und Schnittstellen. Angefangen damit, die Infrastruktur in die Cloud zu migrieren, wurden zudem neue Werkzeuge für die tägliche Zusammenarbeit zwischen den Teams installiert, um stärker als bisher verteilt arbeiten zu können – was sich in der aktuellen Corona-Situation sofort bewährt hat. Jetzt werden die gewünschten Digital-First-Arbeitsabläufe in der Redaktion passgenau unterstützt; zudem haben wir einen hochsicheren Kanal für Whistleblower eingerichtet.

„Eckpunkt für die Neugestaltung der IT-Landschaft war, die technologische Komplexität dem erforderlichen Gewinn an Flexibilität für die Teams im Verlag unterzuordnen“, erläutert Maarten Oestreich, IT-Architekt im Projekt. Viel zu lange hatte man an alten Strukturen festgehalten. Daher wurden in den vergangenen Wochen auch mal Systeme eingeschaltet, die noch nicht bis zur letzten Fehlermöglichkeit ausgetestet waren. Lieber mit dem Neuen starten, als zu lange im Alten verharren. Das zwang, ständig die Arbeitsweisen zu ändern und sich und die Programme permanent zu verbessern. Menschen, die in Start-ups arbeiten, kennen das. Für einen Verlag, der gerade 75 Jahre alt geworden ist, war das eine echte Herausforderung. Und man musste auch mal den Mut haben, nein zu sagen. Der erste Anlauf, das Redaktionssystem umzustellen, wurde zwölf Stunden vor Start abgeblasen. Eine Schnittstelle funktionierte nicht. Der Anbieter, der sie bauen sollte, gab auf.

„Wir haben uns einmal geschüttelt, Luft geholt und uns innerhalb von zwei Tagen komplett neu aufgestellt“, sagt Redaktionsmanager Jan Schmidt. Vier Wochen später ging ein neues System live, mit dem jetzt die Publikationen Berliner Zeitung, Berliner Kurier und Berliner Abendblatt an sieben Tagen pro Woche produziert werden.

Technik ist wichtig. Mindestens genauso wichtig sind die Menschen, die mit dieser Technik arbeiten und sie nutzen, um relevante Informationen und unterhaltsame Geschichten für Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu entdecken, zu schreiben und aufzubereiten.

Um unser Angebot noch attraktiver zu gestalten und Sie kompetent über weitere Themen informieren zu können, sind neue Schwerpunkte in der Redaktion gebildet worden: Gesundheit, Ökologie, Verkehr, Technologie, Bildung. Denn diese Themen werden in unseren Augen zukünftig eine weit höhere Relevanz erhalten als bisher. Erstmals seit Jahren investiert der Verlag wieder in die Redaktion. Zu den bekannten und von Ihnen geschätzten Autorinnen und Autoren sind in den vergangenen Wochen neue, jüngere Kolleginnen und Kollegen hinzugekommen. Achten Sie mal auf die Autorenzeilen. Und es sind noch längst nicht alle an Bord.

Auch die Arbeitsweise in der Redaktion wird verändert. „Von Print zu Digital First“, beschreibt Jan Schmidt die Wandlung. Schneller, direkter wollen wir unsere Leser erreichen und mit ihnen kommunizieren, „ohne dabei die gedruckte Zeitung zu vernachlässigen“. Bislang arbeitete die Redaktion täglich auf den Seiten der Printausgabe. Später wurden die Texte für den Onlineauftritt genutzt. Zwei Programme, die getrennt waren. Copy & Paste hieß die Methode. Das war langsam, mühsam, umständlich, anachronistisch. Jetzt entstehen die Texte der Redaktion digital. Von dort werden sie – Achtung, Redaktionsslang – über die Printweiche geschoben. Sie landen fast automatisch auf den Zeitungsseiten. Ein eigenes Printteam kuratiert die Seiten, die gedruckte Zeitung ist das Best-of der täglichen redaktionellen Arbeit.

Warum wir das machen? Das erste Ziel ist, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, den gewohnten, schnellen und umfassenden Qualitätsjournalismus zu bieten und uns technisch und redaktionell so aufzustellen, dass wir das auch in Zukunft leisten können.

Zweites großes Ziel der technischen Umstellung: Unabhängigkeit. Jahrelang waren die Zeitungen des Berliner Verlags von Entscheidungen abhängig, die nicht in Berlin getroffen wurden. Selbst Anfragen von Ihnen wurden nicht in Berlin beantwortet. Inzwischen haben wir wieder einen eigenen Kundenservice im Verlag in der Alten Jakobstraße. „Das wird sehr wohl registriert und sehr angenommen“, sagt Marvin Ebker, Leiter des Kundenservice.

Das dritte Ziel schließlich liegt in der Zukunft: jederzeit flexibel die kommenden, jetzt noch unbekannten Veränderungen durch die fortschreitende Digitalisierung gestalten zu können.

Und nun? Fertig? Mitnichten, es gibt noch so viele Möglichkeiten: Podcasts, Filme, Audiofiles, nach persönlichen Interessen sortierte Ausgaben. Eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Wir freuen uns – und Sie können gespannt sein. Die Redaktion