Amerikanische Sumpfkrebse in Berlin: Roter Invasor in Spree und Havel entdeckt

Rote Amerikanische Sumpfkrebse sind in Berlin weiter verbreitet als bisher angenommen. Bei Probefischungen seien mehrere Exemplare in der Stadtspree und der Unterhavel entdeckt worden, sagte Derk Ehlert von der Berliner Umweltverwaltung. Im Vergleich zum massenhaften Vorkommen der essbaren Tiere in Gewässern im Tiergarten und im Britzer Garten handele es sich aber bisher nur um „Einzelfunde“.

Gefahr für einheimische Arten

Die bis zu 15 Zentimeter langen Krebse mit dornigen Scheren haben sich seit dem ersten Aussetzen 1973 in Spanien in Europa massiv vermehrt und sind beharrlich Richtung Norden vorgedrungen. Sie gelten als Delikatesse; ein Fischer darf seit diesem Jahr in Berlin die Krebse fangen und vermarkten.

Zur großen Gefahr wird der invasive Zuwanderer aus Nordamerika für einheimische Arten wie den Edelkrebs, aber auch für Fische und Amphibien. So überträgt er die Krebspest, die für hiesige Krebsarten tödlich ist. In Gewässern, in denen sich die nordamerikanische Flusskrebsart ausbreitet, sterben einheimische Arten aus. Da die invasiven Tiere flache, ruhige Gewässer als Lebensraum bevorzugten, nimmt Dirk Ehlert an, dass sie die Flüsse, wo sie jetzt entdeckt wurden, eher zum Wandern nutzen. (dpa/BLZ).