Mutter Özlem mit Baby Nisa Shirin, das trotz seiner schweren Erkrankung fröhlich ist.
Foto:  Thomas Uhlemann

Berlin - Nisa Shirin ist erst acht Monate alt und bereits schwer krank. Der Säugling aus Tempelhof hat Leukämie (Blutkrebs). Nisa Shirin hat schon etliche Tage ihres Lebens, das gerade erst begann, in der Klinik verbracht. Ihre Eltern Özlem und Akifhan Y. hoffen verzweifelt auf einen passenden Spender, denn nur noch eine Stammzellenspende kann das Leben ihres Babys retten. 

Am Sonntag organisierte die DKMS, ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei, eine Registrierungsaktion im Columbia-Theater für das kleine Mädchen, an der sich rund 1000 Menschen beteiligten. „Wir sind ganz gerührt, dass so viele Menschen, die uns gar nicht kennen unserem Kind helfen wollen. Das gibt uns enorm viel Kraft“, sagt der Vater.

Jeder zehnte Blutkrebspatient findet keinen Spender

Aktuell sind bei der DKMS weltweit rund 9 Millionen Menschen erfasst. Mehr als 76.000 Lebenschancen konnten seit 1991 mittels Spender ermöglicht werden. In rund 80 Prozent der Fälle ist heutzutage keine Operation mehr erforderlich und die Stammzellen können durch ein vereinfachtes Verfahren der Blutbahn entnommen werden. Doch trotz allem ist die Chance sehr gering: In Deutschland findet jeder zehnte Blutkrebspatient keinen passenden Spender.

Auch für Nisa Shirin ist es ein Wettlauf gegen die Zeit. Sie war gerade zehn Wochen auf der Welt, als die Ärzte die Leukämie diagnostizierten. Das Neugeborene erhielt in den ersten Lebensmonaten bereits schwere Chemoblöcke.

Es wird nun noch Wochen dauern, bis die Daten der Registrierung ausgewertet worden sind. Damit ist die Familie weiterhin einem Wechselbad der Gefühle ausgeliefert. Özlem Y. sagt; „An manchen Tagen sind wir voller Hoffnung, an anderen am Rande der Verzweiflung.“