Bis vor einem Jahr war Frank sicher, dass er eigentlich gar keine Hilfe braucht. Dann aber drückte ihm die drei Jahre alte Tochter seiner Freundin „Das Dschungelbuch“ in die Hand und forderte „Vorlesen!“ Und Frank tat, wie ihm geheißen – oder vielmehr: Er tat so, als ob. „Ich habe mir einfach eine Geschichte ausgedacht“, sagt der heute 22-Jährige. Sie merkte es zwar nicht, aber er begriff, dass es so nicht weiter gehen kann. Frank kann nicht richtig lesen und schreiben, wie 320.000 andere Berliner auch.

Frank, der eigentlich anders heißt, aber anonym bleiben möchte, kann ein bisschen lesen, das Wort Berlin zum Beispiel und seinen Namen – aber er konnte bis vor Kurzem weder Straßenschilder entziffern, noch Rezepte lesen oder die Packungsbeilage eines Medikaments. Mit Büchern konnte er ebenso wenig anfangen wie mit dem Internet. „Ich dachte immer, ich bin der einzige blöde Mensch“, sagt Frank.

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