Berlin - Immerhin 2171 Berliner Kinder und Jugendliche erhalten Hilfe vom Land, weil die Eltern alkoholabhängig sind oder süchtig nach illegalen Drogen. Das teilte Jugendstaatssekretärin Sigrid Klebba auf eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Marianne Burkert-Eulitz (Grüne) mit.

Demnach wurden 841 Kinder und Jugendliche wegen der Sucht ihrer Eltern in stationären Einrichtungen betreut, 548 in Pflegefamilien, 33 in teilstationären Einrichtungen und in 749 Fällen kam regelmäßig ein Sozialarbeiter zu Besuch – im Rahmen der Hilfen zur Erziehung. Die Antwort, die der Berliner Zeitung vorliegt, bezieht sich auf das Jahr 2016, neuere Daten liegen noch nicht vor.

Suchtkranke Eltern sind für deren Kinder eine enorme Belastung. Bekanntlich tragen sie neben erheblichen Entwicklungsrisiken – etwa durch Schädigungen bereits im Mutterleib – ein erhöhtes Risiko, selbst süchtig oder psychisch krank zu werden. Sie schwänzen zudem häufiger die Schule, auch um Eltern zu unterstützen oder kleinere Geschwister zu versorgen.

Breitere Unterstützungsangebote gefordert

Ein Großteil der Personen mit Suchtproblemen, insbesondere bei Alkohol, nehme keine Betreuung in Anspruch und werde deshalb auch nicht von der Suchthilfestatistik der Gesundheitsverwaltung erfasst, teilte Klebba mit. 1500 Berliner Kinder würden in einem Haushalt leben, in dem sich mindestens ein Erwachsener in eine Suchteinrichtung begeben habe.

Mittlerweile gibt es für Jugendamtsmitarbeiter berlineinheitliche Risikoeinschätzungs-Formulare, um bei Kindeswohlgefährdung sofort handeln zu können. Zu beachten sind unversorgte Wunden oder nicht witterungsgemäße Kleidung, aber auch Apathie, Angstzustände oder Verhaltensauffälligkeiten wie Einnässen.

Kinder, deren Väter oder Mütter von Opiaten oder Kokain abhängig sind, würden häufig nicht mehr im Haushalt der Eltern leben, teilte Klebba weiter mit. Burkert-Eulitz forderte noch breitere Unterstützungsangebote.