In Berlin sind die Angebotsmieten für Wohnungen bei der Erst- und der Wiedervermietung von 2015 bis 2021 um fast 44 Prozent gestiegen – von 8,52 Euro auf 12,23 Euro je Quadratmeter Wohnfläche kalt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Caren Lay (Linke) hervor. Berlin erreicht damit fast das Niveau von Hamburg, wo die Angebotsmieten im gleichen Zeitraum um knapp 25 Prozent auf 12,52 Euro je Quadratmeter anzogen. Die höchste absolute Steigerung wurde für München ermittelt, wo sich die Angebotsmieten in dem Betrachtungszeitraum um durchschnittlich 4,69 Euro je Quadratmeter erhöhten – auf 19,27 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Berlin hat Köln bereits überholt, wo im vergangenen Jahr Angebotsmieten von durchschnittlich 12,16 Euro je Quadratmeter aufgerufen wurden, was einer Steigerung von knapp 26 Prozent seit dem Jahr 2015 entspricht. Höher als in Berlin liegen demnach noch die Angebotsmieten in Frankfurt am Main (14,22 Euro je Quadratmeter) und in Stuttgart (14,44 Euro).

Neubau treibt die Preise hoch

Die Bundesregierung beruft sich in der Antwort auf eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), in die Mietangebote für unmöblierte Wohnungen mit einer Größe von 40 bis 100 Quadratmetern in mittlerer bis guter Lage eingeflossen sind. Die Angebote stammen aus Datenbanken mit Inseraten aus mehr als 120 Immobilienportalen und Zeitungen, die das BBSR ausgewertet hat. Die Datenbasis ist damit deutlich breiter als bei der Betrachtung eines einzigen Immobilienportals, eine vollständige Markterfassung ist aber selbst damit nicht möglich. Gerade Wohnungen im günstigen Mietsegment könnten unterrepräsentiert sein, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Wichtig: Es handelt sich um Angebotsmieten. Zu welchen Mieten die Wohnungen am Ende vergeben wurden, geht daraus nicht hervor. Mieten in laufenden Verträgen werden in der Auswertung nicht erfasst.

„Der starke Anstieg der Angebotsmieten verdeutlicht einmal mehr, dass die Mietpreisbremse keinen ausreichenden Schutz für Mieterinnen und Mieter bietet“, sagt die Linken-Abgeordnete Lay. „Mit dieser Rallye am Wohnungsmarkt muss endlich Schluss sein.“ Die Ampel müsse im Mietrecht konsequent eingreifen. Ein Mietenstopp sei dringend erforderlich.

Betrachtet man ausschließlich die Mietentwicklung bei der Wiedervermietung, ergibt sich ein nicht ganz so dramatisches Bild. Denn die teuren Erstvermietungen von Neubauwohnungen bleiben dabei unberücksichtigt. Die durchschnittliche Wiedervermietungsmiete inserierter Wohnungen lag laut BBSR 2021 in Berlin bei 11,67 Euro je Quadratmeter Wohnfläche kalt – 56 Cent weniger als unter Einbeziehung der Neubauwohnungen im Erstbezug.