Anis Ami plante mit zwei Islamisten offenbar Anschlag auf Gesundbrunnen-Center - Sprengstoff in Wohnung gelagert:

Der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz war offenbar ursprünglich überhaupt nicht das Ziel des Terroranschlags, den Anis Amri mit zwei weiteren Islamisten vorbereitete. Das geht aus Unterlagen hervor, die unter anderem das Rechercheteam von rbb24 einsehen konnte.

Tatsächlich soll die Gruppe, der neben Amri der Franzose Clément B. und Magomed Ali C. aus der russischen Teilrepublik Dagestan zugehörte, einen Anschlag auf das Einkaufszentrum Gesundbrunnen-Center geplant haben. Die drei Islamisten sollen Ende 2015 in der Fussilet-Moschee in Berlin-Moabit aufeinandergetroffen sein. Ermittler hatten aufgedeckt, dass die inzwischen geschlossene Moschee Anlaufpunkt für Islamisten unter anderem mit engen Verbindungen zum Islamischen Staat (IS) war.

Sprengstoff in der eigenen Wohnung gelagert

Die Gruppe soll über mehrere Monate hinweg Sprengstoff für einen Anschlag auf das Gesundbrunnen-Center besorgt haben. Magomed Ali C. soll den hochexplosiven Sprengstoff TATP (Triacetontriperoxid) in seiner eigenen Wohnung in Berlin-Buch gelagert haben.

Auf einem konspirativen Instagram-Konto habe Clément B. ein Foto des Gesundbrunnen-Centers eingestellt, berichtet rbb24. Amri soll sich Handydaten zufolge am Tag darauf für 40 Minuten im Gesundbrunnen-Center aufgehalten haben - mutmaßlich, um dieses auszukundschaften.

Attentate gleichzeitig in Berlin, Paris und Brüssel geplant

Durch Zufall seien die Ermittler bei einer Personenüberprüfung im Herbst 2016 von Magomed Ali C. in dessen Wohnung auf das Terror-Trio gestoßen - dies gab die Pläne daraufhin auf. Clément B. floh nach Frankreich  - anschließend hätten beide aber weiter gemeinsame Attentats-Pläne verfolgt: Gleichzeitig in Berlin, Paris und Brüssel sollten Anschläge verübt werden.

Am 18. Dezember habe Amri vergeblich versucht, Clément B. zu erreichen. Am Tag darauf habe sich Amri zu einem Alleingang entschlossen, einen LKW entführt, dessen Fahrer getötet und den Sattelschlepper mitten in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gesteuert. Elf weitere Menschen starben. Amri selbst wurde nach kurzer Flucht bei einer Polizeikontrolle erschossen. (Red.)